Unterschiede klinischer Ereignisse zwischen Everolimus-beschichteten und Novolimus-beschichteten Scaffolds in einer All-Comers-Kohorte: Ergebnisse aus dem Gießener Register für bioresorbierbare Scaffolds
Für die interventionelle Versorgung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit stellen bioresorbierbare Scaffolds seit einigen Jahren eine Alternative zu herkömmlichen Drug-Eluting-Stents dar. Diese bestehen häufig aus PLLA. Das Gießener Register für bioresorbierbare Scaffolds beinhaltet die beiden aus PLLA hergestellten, mit unterschiedlichen Materialeigenschaften und verschiedenen Medi-kamenten ausgestatteten Scaffolds. In der vorliegenden Arbeit wurden klinische und prozedurale Parameter ausgewertet, um der Frage nachzugehen, ob sich zwischen den beiden verwendeten Scaffolds Unterschiede bezüglich der klinischen Sicherheit zeigen lassen.Insgesamt standen für die Auswertung n = 506 Patienten zur Verfügung, die in einem Zeitraum von Januar 2013 bis Dezember 2015 behandelt wurden. Um Unterschiede in der klinischen Präsentation sowie der Läsionsvor- und Nachbereitung zu verringern, wurde ein 2:1 Propensity Score Matching durchgeführt. Hiernach ergaben sich n = 212 Patienten für den Everolimus-beschichteten sowie n = 106 Patienten für den Novoli-mus-beschichteten Scaffold. Die Auswertung für Ereignisse über den Nachsorgezeit-raum von zwölf Monaten ergab eine MACE-Rate von 5,8 % für den eBRS und 4,5 % für den nBRS (p = 0,602). Die TLR lag mit 2,6 % und 3,5 % (p = 0,768) ebenfalls im nicht signifikanten Bereich. Auch die kardialen Todesfälle stellten sich mit 1,5 % für den eBRS und 2,6 % für den nBRS ähnlich dar (p = 0,752). Die definitive Scaffold-thrombose trat mit einer Häufigkeit von 2,0 % bzw. 1,0 % auf (p = 0,529). In Bezug auf die klinische Sicherheit über den Zeitraum von einem Jahr konnten keine Unterschiede zwischen den beiden Scaffolds aufgezeigt werden. Die materialtechni-schen Unterschiede scheinen keinen Einfluss auf die Komplikationsraten zu nehmen. Zudem zeichneten sich keine prozeduralen Abweichungen ab. Ein limitierender Faktor war der kurz Beobachtungszeitraum. Es bedarf daher deutlich langfristigerer Auswertungen. Außerdem sind randomisierte kontrollierte Studien zum Vergleich der beiden Scaffolds notwendig.
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