Die retrospektive Studie basierte auf der Beobachtung von 202 Patienten zweierverschiedener Kollektive die sich in unterschiedlichen Zeiträumen auf derneurochirurgischen Intensivstation befanden. Im Mittelpunkt des Interesses stand dieAuswirkung der jeweils unterschiedlichen Ernährungsart auf die weitere notwendigeTherapie und schlussendlich auf das Outcome der Patienten.Infolge des neu eingeführten Ernährungskonzepts konnten positive Effekte derErnährung auf den Krankheitsverlauf neurochirurgischer Intensivpatienten erzieltwerden.In Zeitraum 2 ließen sich signifikant geringere substituierte Mengen derKatecholamine Arterenol und Dopamin verzeichnen. Der Verbrauch vonHumanalbumin, HAES und Frischplasmen (FFP) ließ sich ebenfalls drastischsenken. Der ICP, wenn auch nicht signifikant, schien sich in diesem Zeitraumkonstanter zu verhalten. Die Patienten in Zeitraum 2 waren durch das standardisierteErnährungstherapiekonzept hämodynamisch stabiler und nicht auf einen vermehrtenPlasmaersatz angewiesen. Der geringere Präparateinsatz in Zeitraum 2 ist durcheine stabilere Syntheseleistung der Leber bedingt. Im zweiten Zeitraum zeigte dieCholinesterase einen geringeren Abfall und eine Stabilisierung auf höherem Niveau.Die Leberwerte waren in Zeitraum 2 häufiger innerhalb der Referenzbereiche undebenfalls verhielten sich die Leukozyten und das Laktat unter der Ernährung imzweiten Zeitraum signifikant normwertiger. Ein signifikanter Anstieg derHarnstoffwerte ergab sich im zweiten Zeitraum vermutlich aus den vergleichsweisevermehrt zugeführten Aminosäuren, nach deren Verwertung am Ende desStoffwechselprozesses Harnstoff gebildet wird.
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