Hintergrund: Diese wissenschaftliche Studie dient zur Abschätzung der Verwendung von komplementär- und alternativmedizinischen Methoden auf dem Feld der Geburtshilfe in der Provinz Teheran im Iran. Nach deskriptiver explorativer Darstellung der Ergebnisse, wurden mögliche Gründe für die verschiedenen Häufigkeitsverteilungen und Applikationsgründe untersucht. Im Rahmen dieser Befragungsstudien sind alle geburtshilflichen Einheiten in der Provinz Teheran im Zeitraum August 2008 bis März 2009 über die Anwendung von KAM befragt, statistisch mit SPSS ausgewertet und mit den Daten aus Deutschland verglichen worden.Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragungsstudie aus der Provinz Teheran zeigen, dass KAM-Methoden in 37,3% (62/166) der Krankenhäuser, welche an der Studie teilgenommen haben, zum Befragungszeitraum angeboten wurden. Akupressur, Massage und Phytotherapie stellten die am häufigsten eingesetzten Methoden dar. Als Begründung für die Wahl der Behandlungsform wurden überwiegend die angenommene Wirksamkeit sowie die Überzeugung der Hebammen angegeben. Die Verwendung von KAM wurde beeinflusst vom Angestelltenstatus der Geburtshelferinnen und korrelierte umgekehrt proportional mit der Anzahl der Entbindungen in den Krankenhäusern.Diskussion: In Deutschland wurde KAM im Zeitraum März bis Juni im Jahr 2007 in 40,3% aller Geburtshilfeabteilungen (381/946) angeboten. Akupunktur, Homöopathie und Aromatherapie konnten sich hierbei als die bevorzugt angebotenen KAM-Therapien auszeichnen. Bei der Auswahl dieser Verfahren ist, anders als in der Provinz Teheran, der Behandlungswunsch des Patienten vorrangig. Die Überzeugung von Hebammen wurde als zweithäufigster Grund für die Anwendung von KAM angegeben. Schlussfolgerungen: KAM zeichnet sich in der Provinz Teheran sowie in Deutschland als beliebter Behandlungspfad mit unterschiedlichen Häufigkeitsverteilungen aus. Die Hebammen spielen in beiden Ländern bei Entscheidungen über KAM eine bedeutende Rolle. Diese Resultate sprechen für eine verbesserte Ausbildung über KAM auf dem Feld der Geburtshilfe für Ärzte und insbesondere für Hebammen. Darüber hinaus bedarf es zur Verbesserung der Evidenz eine Intensivierung der Studien auf diesem Gebiet.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen