Prospektive klinische Studie zur laparoskopischen Katheterzystostomie im Vergleich zur chirurgischen Katheterzystostomie beim Schaf- und Ziegenbock mit Obstructio urethrae in Folge von Urolithiasis unter besonderer Berücksichtigung der Harnblasen-Sonographie (prä operationem) und der antegraden Zystourethrographie bei persistierender Obstruktion

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ZielsetzungZur Behandlung der Harnabsatzstörung bei obstruktiver Urolithiasis scheint die transabdominale Katheterimplantation via Laparotomie gegenwärtig die Methode der Wahl zu sein. In der vorgelegten Studie sollte daher die Vergleichbarkeit dieser Methode mit dem minimalinvasiven, endoskopischen Einbringen eines Blasenkatheters ermittelt werden. Besondere Berücksichtigung sollten hierbei die präoperative Harnblasensonographie sowie die röntgenologische Kontrastmitteldarstellung von Blase und Urethra finden. Die kurz- und mittelfristigen Heilungsraten beider Operationstechniken wurden in einer prospektiven klinischen Studie verglichen.Material und MethodenEs wurden 25 Schaf- und Ziegenböcke mit Ischurie und labordiagnostisch ermittelter Azotämie in die Studie eingeschlossen. Dabei wurden randomisiert jeweils 13 Tiere auf die Kontrollgruppe (Einsetzen eines Ballonkatheters in die Blase im Rahmen einer Laparotomie) und 12 Böcke auf die Versuchsgruppe (endoskopisch gestütztes Einbringen eines Blasenkatheters) verteilt.Ergebnisse und SchlussfolgerungenDie eingangs erhöhten Plasma-Harnstoffwerte sanken post operationem in der Kontrollgruppe im Mittel nach 3,4 ± 2,2 Tagen (x quer ± s) unter 5,5 mmol/l. In der Versuchsgruppe vergingen durchschnittlich 2,8 ± 1,2 Tage (x quer ± s) bis der Harnstoffgehalt im Blutplasma den Referenzbereich erreicht hatte. Bezüglich der Entwicklung der Harnstoffkonzentration konnte mit p < 0,0001 eine hochsignifikante Änderung über die Zeit ermittelt werden. Die Wechselwirkung zwischen Gruppe und Zeit war mit p = 0,172 ebenfalls nicht signifikant. Tendenziell entstand der Eindruck, dass die Harnstoffgehalte der Tiere in der Versuchsgruppe rascher sanken als in der Kontrollgruppe. Postoperativ sank in der Kontrollgruppe der Kreatiningehalt im Blutplasma innerhalb von durchschnittlich 1,4 ± 1,0 (x quer ± s) Tagen in den Referenzbereich von unter 110 mikro mol/l. In der Versuchsgruppe war der Kreatinin-Referenzbereich im Plasma im Mittel nach 1,9 ± 0,8 Tagen (x quer ± s) erreicht. Statistisch konnte ähnlich der Entwicklung der Harnstoffwerte in beiden Gruppen über die Zeit eine hochsignifikante Änderung der Kreatininkonzentrationen nachgewiesen werden (p < 0,0001). Von den insgesamt 22 in die statistische Auswertung eingeschlossenen Schaf- und Ziegenböcken konnten 16 Tiere protokollgemäß am 10. Tag als geheilt entlassen werden (kurzfristige Heilungsrate). Davon verteilten sich 8 Tiere auf die Laparotomiegruppe (n=10) und 8 Böcke auf die Endoskopiegruppe (n=12). Die geschätzte Erfolgsrate beträgt somit bezüglich der Versuchsgruppe 66,7 % (95 % Konfidenzintervall zwischen 34,9 und 90,1 %). Die Ergebnisse der Kontrollgruppe resultierten in 80 % kurzfristiger Erfolgsrate mit einem 95% Vertrauensbereich zwischen 44,4 und 97,5 %. Im Rahmen der Langzeiterhebungen zu den geheilten Böcken waren sechs Monate nach Entlassung noch 11 Tiere am Leben. Diese verteilten sich mit 5 Tieren auf die Versuchsgruppe und mit 6 Tieren auf die Kontrollgruppe. Dies resultiert in einer geschätzten mittelfristigen Erfolgsrate von 41,7 % in der Versuchsgruppe mit einem 95 % Konfidenzintervall zwischen 15,2 % und 72,3 %. Für die Kontrollgruppe wurden entsprechend eine mittelfristige Erfolgsrate von 60 % mit einem 95 % Konfidenzintervall zwischen 26,2 % und 87,8 % ermittelt. Die Auswertung des Schmerz-Scores zeigte keinen statistisch signifikanten Gruppenunterschied (p = 0,77). Die Entwicklung des Schmerzscores zeigte jedoch eine statistisch hochsignifikante globale Abnahme des Schmerzscores in beiden Gruppen (p < 0,0001). Es bestand tageszeitabhängig ein signifikanter Einfluss des Untersuchungszeitpunktes (p = 0,045) und eine mit p = 0,0006 statistisch signifikant raschere Abnahme der Schmerzscore-Werte in der Laparoskopiegruppe. In dieser Arbeit konnte erstmalig gezeigt werden, dass die laparoskopische der laparotomischen Zystotomie mit Einbringen eines Ballonkatheters in die Blase zur Therapie der obstruktiven Urolithiasis beim kleinen Wiederkäuer gleichwertig erscheint. Hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Erfolgsraten konnten keine Unterschiede ermittelt werden. Unter optimalen Bedingungen (mit uneingeschränkter Besitzer-Compliance) wären jedoch sowohl ein umfangreicheres diagnostisches Repertoire (Röntgen, Sonographie, etc.) als auch weitere chirurgische Interventionsmöglichkeiten (MPPU, BMG-Transplantation) gegeben.

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