PRO GREENS : Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Schulkindern
Loading...
Date
Authors
Advisors/Reviewers
Further Contributors
Contributing Institutions
Publisher
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
License
Quotable link
DOI:
http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-17098Abstract
Der gesellschaftliche Strukturwandel erfordert neue Strategien, um die Gesundheit der Kinder durch eine ausgewogene Ernährung zu erhalten und zu gewährleisten. Eine obst- und gemüsereiche Ernährung ist für die physische Entwicklung und die Leistungsfähigkeit der Schulkinder sowie zur Prävention ernährungsabhängiger Er-krankungen von großer Bedeutung. Das Ziel der PRO GREENS-Studie war daher, den Obst- und Gemüseverzehr der Schulkinder zu erfassen sowie effektive Strate-gien zur Förderung des Verzehrs zu entwickeln und zu testen.Insgesamt 816 Schulkinder im Alter von 10-13 Jahren, die eine von 14 allgemeinbil-denden Schulen in Mittelhessen besuchten, wurden im Mai 2009 mit einem standar-disierten Fragebogen zum Obst- und Gemüseverzehr befragt. Die folgende Interven-tion wurde gemäß dem Intervention Mapping Design konzipiert und zwischen No-vember 2009 und April 2010 in sieben Schulen durchgeführt. Die Interventionsschu-len erhielten Arbeitsblätter zum Thema Obst und Gemüse und wurden instruiert, wei-tere Aktivitäten zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs durchzuführen. Die anderen sieben Schulen dienten als Kontrollgruppe. Abschließend fand ein follow up zum Obst- und Gemüseverzehr der Kinder mittels desselben Fragebogens statt.Die Ergebnisse des baseline survey zeigten, dass die Kinder im Mittel täglich 185 g Obst und 83 g Gemüse aßen. Zwischen Mädchen und Jungen wurde beim Gemüse (p=0,004), aber nicht beim Obst ein signifikanter Unterschied festgestellt. Bezogen auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten wurde deutlich, dass die Schulkinder süßes Obst und verzehrsfertiges Gemüse bevorzugten. Kinder, die selbst, deren Mutter und/oder Vater im Ausland geboren wurden, aßen mehr Obst, aber weniger Gemüse als Kinder ohne Migrationshintergrund. Dies ist wahrscheinlich auf traditionelle Er-nährungsgewohnheiten zurückzuführen, die sich noch nicht vollständig denen des neuen Heimatlandes Deutschland angepasst haben. Der follow up im Mai 2010 ergab, dass die Kinder der Interventionsgruppe nicht signi-fikant mehr Obst und Gemüse aßen als zu Studienbeginn. In der Kontrollgruppe sank dagegen der Obstverzehr signifikant (p=0,034). Ein Zusammenhang soziodemogra-phischer Merkmale mit den Veränderungen des Obst- bzw. Gemüseverzehrs konn-ten für die Interventions- und die Kontrollgruppe nur für den Faktor Alter auf den Obstverzehr beschrieben werden. Die Präferenzen für bestimmte Obst- und Gemüsesorten, die Diversität der Obst- bzw. Gemüsesortenauswahl sowie das Er-nährungswissen blieben in der Interventions- und Kontrollgruppe zu beiden Erhe-bungszeitpunkten unverändert. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse bieten die PRO GREENS-Strategien nur ei-ne Grundlage zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Schulkindern. Für die weitere Verwendung sind die PRO GREENS-Strategien hinsichtlich Elterneinbe-zug, Erlebnisorientierung, Verhältnisprävention und Aufbau von langfristigen Koope-rationen zu optimieren, um eine vielseitige Lebensmittelauswahl und Nährstoffauf-nahme zu gewährleisten. Neben einer ausgewogenen Ernährung gehören Bewe-gung sowie Vermeidung von Suchtmitteln und Stress zu einem gesundheitsförderli-chen Lebensstil. Daher sollten diese Aspekte zukünftig die Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs ergänzen.Link to publications or other datasets
Description
Notes
Original publication in
Giessen : VVB Laufersweiler
