Kognitiver, neurologischer und motorischer Entwicklungsstand, Verhalten und Lebensqualität von im Säuglings- und Kleinkindalter herztransplantierten Kindern im Alter von 5 - 11 Jahren

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Die monozentrische Studie umfasst 28 in den ersten 4 Lebensjahren (Durchschnittsalter 15,2 Monate) herztransplantierte 5 11 Jahre alte Kinder, welche in dem Zeitraum von September 2001 bis Februar 2007 ein neues Herz erhalten haben und vergleicht diese mit einem nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischen Status parallelisierten Kontrollkollektiv.Bezüglich der Neurokognition mit der Hauptzielvariablen IQ (Culture Fair Intelligence Scale 1 / Culture Fair Intelligence Test 20 Revision) erreichen die herztransplantierten Kinder einen Mittelwert von 91,4 (Median 98, Spannweite 54 bis 115). 7 Kinder (= 25 %) erzielen ein Testergebnis kleiner oder gleich 85, wovon sich 3 Kinder in einem grenzwertigen Bereich (70-84 IQ-Punkte) und 3 Kinder im Bereich der leichten Intelligenzminderung (IQ 50-69) befinden. Hinsichtlich der selektiven Aufmerksamkeit schneiden 20 Kinder (= 71,4 %) mit einem unauffälligen Ergebnis ab; ein grenzwertiges Ergebnis erzielen 2 Kinder (= 7,1 %), 6 (= 21,4 %) befinden sich in dem klinisch auffälligen Bereich eines Prozentranges kleiner oder gleich 5. Neurologisch weisen 3 der transplantierten Kinder (= 10,7 %) ein funktionell relevantes neurologisches Defizit auf. Verglichen mit dem Kontrollkollektiv sind dabei in allen Tests und Subtests signifikante bis höchst signifikante Unterschiede zu verzeichnen.Bei der Untersuchung von Verhaltensauffälligkeiten mittels des Elternfragebogens Child Behavior Checklist / 4-18 zeigt sich bei 3 transplantierten Kindern (= 11,1 %) ein grenzwertiges Gesamttestergebnis, insgesamt 10 Kinder (= 37,0 %) liegen im auffälligen Bereich. Der Vergleich der elterlichen Beantwortung des Kontrollkollektivs ist mit Ausnahme der Skala Externalisierende Verhaltensauffälligkeiten in allen untersuchten Kategorien hoch, bezüglich Aufmerksamkeitsprobleme höchst signifikant.Der Elternfragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität Short-Form36-Health Survey verdeutlicht die allgemein gute Lebensqualität der Kinder nach Übertragung des Herzens.Das auffälligste Ergebnis zeigt sich in der Untersuchung der motorischen Fähigkeiten (Test Movement Assessment Battery for Children Second Edition): Hinsichtlich der Prozentränge des Gesamtergebnisses erzielen die herztransplantierten Kinder einen Mittelwert von 15,5 und einen Median von 9,0. Insgesamt 19 der 28 untersuchten Kinder (= 67,9 %) schneiden unterhalb der Grenze des Prozentranges von 15 ab (davon 13 Kinder mit Prozentrang kleiner oder gleich 5). Bei Gegenüberstellung mit den Ergebnissen des Kontrollkollektivs resultieren durchweg höchst signifikante Unterschiede.Bei der Analyse möglicher prä-, peri- und postoperativer Indikatoren für Neurokognition, Motorik und Verhalten schnitten bei Zusammenfassung dreier statistischer Schritte die Kinder besser ab, welche in einem jüngeren Alter das Herz eines jüngeren, weniger schweren und weniger großen Spenders empfangen hatten und somit die S/E-Ratio weniger groß war. Neben Krampfanfällen und langer Dauer einer Beatmung präoperativ sind eine kardiorespiratorische Dekompensation vor der Transplantation, eine Abstoßung des neuen Herzes in der Akutphase innerhalb 4 Wochen postoperativ und neurologische Komplikationen im postoperativen Verlauf möglicherweise negative Indikatoren für die weitere Entwicklung der herztransplantierten Kinder.

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