Vergleich der kornealen Sensibilität von brachyzephalen und mesozephalen Katzen unter besonderer Berücksichtigung des Brachyzephaliegrades
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Zusammenfassung
Die Hornhautsensibilität ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit des Auges. Sie schützt das Auge zum einen durch das Auslösen des Lidschlussreflexes und ist zum anderen auch für die Heilungsvorgänge an der Hornhaut und die Zusammensetzung des Tränenfilms verantwortlich. Brachyzephale Hunde und Katzen weisen im Vergleich zu mesozephalen eine herabgesetzte korneale Sensibilität auf. Mit der vorliegenden prospektiven Untersuchung soll gezeigt werden, ob auch der Ausprägungsgrad der Brachyzephalie einen Einfluss auf die Hornhautsensibilität hat. Es werden insgesamt 140 ophthalmologisch und systemisch gesunde Katzen verschiedener mesozephaler und brachyzephaler Katzenrassen untersucht. Zum Ausschluss ophthalmologischer Erkrankungen werden alle Tiere einer Augenuntersuchung unterzogen. Die Messung der kornealen Sensibilität erfolgt mittels Ästhesiometer nach COCHET und BONNET an der zentralen Messstelle. Zusätzlich wird die Tränensekretion mittels Schirmer-Tränen-Test I bestimmt. Es werden erstmals Normalwerte für die Hornhautsensibilität und Tränenproduktion (STT I) bei verschiedenen Katzenrassen definiert. Entsprechend der aktuellen Literatur wird auch in der vorliegenden Untersuchung eine signifikant niedrigere Hornhautsensibilität bei brachyzephalen im Vergleich zu mesozephalen Katzen dokumentiert. Außerdem zeigt diese Arbeit, dass es zu einer signifikanten Abnahme der kornealen Sensibilität mit steigendem Brachyzephaliegrad kommt (Gradeinteilung 0 - 4; 0 = mesozephal, 1 = geringgradig, 2 = mittelgradig, 3 = hochgradig, 4 = höchstgradig). Die Einteilung in die verschiedenen Brachyzephaliegrade wird anhand makroskopischer Parameter vorgenommen. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Rasse und der kornealer Sensibilität kann ebenfalls nachgewiesen werden. Katzen der Rasse Maine Coon (n = 21) haben mit 0,90 (* 1,42 ±1) g/mm2 unter den untersuchten Katzenrassen die sensibelste Hornhaut, gefolgt von Bengalkatzen (n = 18) mit 1,03 (* 1,54 ±1) g/mm2. Im Rassevergleich haben Europäische Hauskatzen (n = 29) eine mittlere Sensibilität von 1,44 (* 1,66 ±1) g/mm2. Eine vergleichsweise niedrige Hornhautsensibilität von 1,76 (* 1,79 ±1) g/mm2 zeigen Britisch Kurzhaar (n = 24) und Perserkatzen (n = 34) mit einem Wert von 2,49 (* 2,2 ±1) g/mm2. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer sinkenden Hornhautsensibilität. Dies gilt gleichermaßen für brachyzephale als auch mesozephale Katzen. Eine Beeinflussung der ästhesiometrischen Messwerte durch Geschlecht, Tränenproduktion (STT I) oder Irisfarbe kann nicht belegt werden. Je nach einbezogener Tierzahl wird ein signifikanter Zusammenhang zwischen Rasse (n = 125) bzw. Brachyzephaliegrad (n = 139) und der Tränensekretion (STT I) hergestellt. Eine Wechselwirkung zwischen Brachyzephaliegrad und Rasse kann aufgrund von bestehenden Rassestandards und entsprechend ähnlichem Typus innerhalb einer Rasse nicht ausgeschlossen werden. Perserkatzen (n = 34) haben mit 20,9 mm/min (± 4,3 mm/min) unter den untersuchten Katzenrassen die höchste Reiztränensekretion, gefolgt von Britisch Kurzhaar Katzen (n = 23) mit 21,5 mm/min (± 5,6 mm/min) und Bengalkatzen (n = 18) mit 20,2 mm/min (± 5,1 mm/min). Eine geringere Reiztränensekretion besitzen im Rassevergleich Maine Coon Katzen (n = 21) mit einem Wert von 17,3 mm/min (± 4,3 mm/min) und Europäische Hauskatzen (n = 29) mit 16,3 mm/min (± 4,5 mm/min). Eine signifikante Auswirkung von Geschlecht, Alter oder Irisfarbe auf die Tränenproduktion (STT I) wird hingegen nicht beobachtet.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
