Über die Bedeutung endoskopischer Bilddateien für die Qualitätssicherung in der gastroenterologischen Endoskopie

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Das Ziel dieser Studie ist, die Bedeutung endoskopischer Bilddateien als Instrument der Qualitätssicherung in der gastroenterologischen Endoskopie zu untersuchen. Von besonderem Interesse ist die Frage nach der Möglichkeit der kompletten Organabbildung mit Hilfe einer begrenzten Anzahl stehender Bilder. Es geht um die Dokumentation des Zeitaufwandes für die Untersuchung, Befundung und Bildbearbeitung, um die Beurteilung der Qualität der Bilder, die Ermittlung der Bildanzahl zur aussagekräftigen Organdokumentation, und um die Nachvollziehbarkeit von Befunden und Diagnosen anhand des vorliegenden Bildmaterials. Zur Beantwortung dieser Fragen führten wir konsekutiv 100 Ösophago-Gastro-Duodenoskopien durch. Eingeschlossen wurden nur Untersuchungen mit diagnostischer Intention. Wir ermittelten den Zeitbedarf für die endoskopische Untersuchung, die Befundung und Bildbearbeitung. Wir untersuchten, ob eine Bilderkennung ohne Zuhilfenahme einer hinterlegten Legende möglich war. Es erfolgten die Dokumentation der Anzahl der erstellten Bilder pro Organ und die Beurteilung der Bildqualität im Rahmen einer intra- und interindividuellen Kontrolle. Etwa 10 Wochen nach Erstellung des Originalbefundes erfolgte die intraindividuelle Nachbefundung anhand der vorhandenen Bilddateien, die Beurteilung des Materials hinsichtlich der Bildqualität inklusive einer Stellungnahme, ob die Zahl der vorliegenden Bilder eine vollständige Organabbildung bescheinigen lässt. Ebenso wurde in der interindividuellen Nachbefundung verfahren. In einem abschließenden Schritt wurden die Bilddateien von beiden Nachuntersuchern gemeinsam ausgewertet, und die Gründe für die Befunddiskrepanz zum Original in der intra- und interindividuellen Nachbefundung ermittelt. Unsere mittlere Untersuchungdauer betrug 5min46sec, der Zeitbedarf für die Befundung 2min42sec und für die Bildbearbeitung 2min49sec.Bei einer Anzahl von 4 Bildern im Ösophagus, 4 Bildern im Magen und 2 Bildern im Duodenum konnte bei entsprechender Bildqualität eine vollständige Abbildung des Organs bescheinigt werden. Die Bilderkennung der einzelnen Lokalisationen war für den Magen und das Duodenum ohne Hilfe der Legende möglich. Im Ösophagus war die Identifizierung der einzelnen Abschnitte mit Ausnahme der Kardiaregion, ohne Legende nicht zu realisieren. Im Rahmen der intra-und interindividuellen Nachbefundungen ergab sich eine nahezu vollständige Übereinstimmung in der Beurteilung des Normalbefundes.Relevante Diagnosegruppen im Magen konnten mit deutlicher Übereinstimmung nachvollzogen werden. Eine Ausnahme bildete hier das Ulkus ventrikuli, wobei die schlechte Übereinstimmung nicht an der mangelhaften bildlichen Darstellung lag. Die Beurteilung des Ulkus duodeni zeigte eine vollständige Übereinstimmung im Rahmen der Nachbefundung. Schlussfolgerungen: Anhand der vorgelegten Studie kann gezeigt werden, dass die Dokumentation elektronischer Bilddateien bei der Durchführung der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssicherung in der gastroenterologischen Endoskopie leistet. Die vorgestellte Technik kann sowohl pathologische als auch normale Befunde reproduzierbar dokumentieren. Bilddokumentation und Bearbeitung können im klinischen Alltag mit einem vertretbaren Zeitaufwand durchgeführt werden. Es kann also gesagt werden, dass der hier verwendete Standard sehr gut geeignet ist, als Mittel der Qualitätssicherung der oberen gastrointestinalen Endoskopie zu dienen. Die hohen Investitionskosten für solche Systeme werden eine allgemeine Verbreitung allerdings derzeit noch behindern, da Aufwendungen zur Qualitätssicherung in der Vergütung gastroenterologischer Leistungen bislang nicht berücksichtigt sind.

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