Untersuchungen zur Verträglichkeit einer lipidreichen Gesamtnährlösung bei totaler periphervenöser Ernährung

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Ziel dieser Untersuchung war die Verträglichkeit einer neu entwickelten fettreichen Gesamtnährlösung zu beobachten. Es konnte gezeigt werden, daß eine parenterale Ernährung periphervenös sinnvoll und risikoarm durchführbar ist, indem man die Plasmaisotonie der Fettemulsionen nutzt. Im Rahmen der Untersuchung wurde 20 Patienten ohne relevante Stoffwechselerkrankung fünf Tage lang eine Gesamtnährlösung, bestehend aus 500ml einer 20%igen Fettemulsion, 234 ml einer 40%igen Glukoselösung und 480 ml einer 12,5%igen Aminosäurenlösung nebst Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen infundiert. Das Volumen betrug 2500 ml, die Gesamtkalorienzahl 1800 kcal und die Osmolarität ca 630 mosmol. Daran schloß sich eine zweitägige Kontrollphase, in der die Patienten eine hypotone, hypokalorische Glukose- Aminosäurenlösung erhielten, an. Das Kollektiv zeigte an den fünf kalorienreichen Tagen eine positive Gewichtsentwicklung, die zum Teil auf Flüssigkeitsverschiebungen beruhte. Während die Stickstoffbilanz zeigt, daß die Patienten ausreichend Energie und Aminosäuren erhielten, war der Zeitraum zu kurz, um eine positive Entwicklung der kurzlebigen Proteine zu erreichen. Bezüglich der allgemeinen Verträglichkeit kam es zu keinen Einschränkungen, die Patienten zeigten teilweise eine erfreuliche Besserung des Allgemeinzustandes, die sicherlich auf die positive Energiebilanz zurückzuführen war. Metabolische Nebenwirkungen einer parenteralen Ernährung betreffen v.a. das hepato-biliäre System. Obwohl eine Hyperalimentation mit hohem Glukoseanteil hierfür hauptsächlich verantwortlich ist, ergaben sich hier Hinweise für eine beginnende Cholestase mit einem leichten Anstieg der Gamma-Glutaryl-Transferase und der alkalischen Phosphatase, was durch die erfolgte Hyperalimentation von ca 1000 kcal bedingt sein könnte. Die Untersuchungen zum Lipidstoffwechsel unter der hohen Fettapplikation zeigten, daß die zugeführten Triglyceride in ausreichendem Maße hydrolisiert und eliminiert wurden. Die in Einzelfällen stark ansteigenden Triglyceridwerte erreichten während der 12stündigen Infusionspause wieder die Ausgangswerte, eine Triglyceridakkumulation fand sich nicht. Vorsicht ist jedoch bei einer vorbestehenden Hyperlipoproteinämie geboten. Leicht ansteigende Spiegel der im Überfluß als Emulgator infundierten Phospholipide und des freien Cholesterins deuten auf eine mögliche Entstehung Lipoprotein X-ähnlicher Partikel hin. Bei Verabreichung der Gesamtnährlösung über einen längeren Zeitraum könnte es also zu einer Akkumulation dieser verzögert abgebauten Partikel mit konsekutiver Zellmembranveränderung, v.a. der Erythrocyten, sowie Hypercholesterinämie und Hyperphospholipidämie kommen. Die einfache Handhabung des 'Mischbeutels' durch das Pflegepersonal, die niedrige Rate katheterbedingter Komplikationen bedingt durch seltene Manipulationen am Infusionssystem und die periphere Lage der Katheterspitze erleichtern die Durchführung der parenteralen Ernährung wesentlich. Gerade auch für den ambulanten Bereich sind die 'Mischbeutel' dadurch hervorragend geeignet. Unter Betrachtung des Lipidstoffwechsels und der Routineverfahren zur klinischen Überwachung der künstlichen Ernährung kann geschlossen werden, daß die Gesamtnährlösung gut vertragen wird, und nur in Einzelfällen eine Dosisreduktion erforderlich ist. Sie ermöglicht unter regelmäßiger Überwachung der Stoffwechselparameter die routinemäßige Durchführbarkeit periphervenöser parenteraler Ernährung.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform