In der vorliegenden Arbeit wurden 79 Streptococcus agalactiae-Kulturen,isoliert von subklinischen Mastitiden von 54 Kühen aus sieben Milcherzeugerbetrieben des Bundeslandes Hessen, mittels konventioneller sowie molekularer Methoden vergleichend untersucht. Bei den zunächst angewandten Identifizierungsverfahren handelte es sich unter anderem um eine biochemische Differenzierung, die serologische Gruppenbestimmung sowieum den durch Polymerasekettenreaktion (PCR)-vermittelten Nachweis vonspeziesspezifischen Abschnitten der 16S rDNA, der 16S-23S rDNA 'intergenic spacer'- Region und um den Nachweis des CAMP-Faktor-Gens cfb.
An die Identifizierung schlossen sich Typisierungsverfahren zur weitergehenden Charakterisierung der S. agalactiae-Kulturen an. Dabei erfolgte eine Unterteilung der Isolate aufgrund spezifischer Polysaccharid- und Proteinantigene in Serotypen, teilweise bestätigt durch PCR-vermittelte Gennachweise. Charakteristisch für die meisten S. agalactiae-Isolatewar das Vorkommen des Proteinantigens X, entweder allein oder in Kombination mit dem Polysaccharidantigen Ia. Bei sechs Kulturen eines Betriebes konnte die Serotypkombination III/Rib nachgewiesen werden. Zwei weitere Isolate eines anderen Betriebes wiesen den Serotyp Ib/calphabeta auf. Die verbleibenden Kulturen waren nicht typisierbar. Weitere phänotypische Merkmale, die eine Unterscheidung der Kulturen der jeweiligen Betriebeermöglichten, waren der Grad der Pigmentierung, das Wachstum der Kulturen inFlüssigmedium und Softagar, die Oberflächenhydrophobizität der Isolate, das Vermögen, Erythrozyten zu agglutinieren sowie das Resistenzverhalten der Isolate gegenüber Tetracyclin und Minocyclin. Die S. agalactiae-Kulturen der verschiedenen Milcherzeugerbetriebe wiesen jeweils identische oder sehr ähnliche Eigenschaften auf. Eine abschließende molekulare Charakterisierung der 79 S. agalactiae-Kulturen erfolgte durch Makrorestriktion der chromosomalen DNA unter Verwendung der Restriktionsendonukleasen SmaI und ApaI bzw. SalI und anschließender Pulsfeldgelelektrophorese. Die in der vorliegenden Arbeitnachgewiesenen Restriktionsmuster waren innerhalb der einzelnen Betriebe identisch bzw. zeigten nur geringe Abweichungen, während zwischen den Betrieben deutliche Unterschiede der Restriktionsmuster festgestellt werden konnten. Aufgrund der phäno- und genotypischen Eigenschaften der Kulturen der vorliegenden Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass in einzelnen Betrieben ein einzelner S. agalactiae-Stamm bzw. wenige Subtypen dieses Stammes für die jeweilige Mastitissituation verantwortlich zu sein scheinen.
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