Sonographie der Lunge und des Abdomens beim bovinen Neonaten unter besonderer Berücksichtigung pathologischer Veränderungen

Lade...
Vorschaubild

Datum

Autor:innen

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Die Diagnosestellung am kranken neugeborenen Kalb beruht fast ausschließlich auf der klinischen Untersuchung. Die oftmals subtile undunspezifische Symptomatik respiratorischer und abdominaler Erkrankungen des bovinen Neonaten erschwert häufig deren ätiologischeZuordnung, was zu Fehlinterpretationen sowie uneffektiver Prophylaxe und/oder Therapie führen kann. Ziel der Arbeit war es, beineugeborenen Kälbern die physiologischen abdominalen und thorakalen Organe exklusive des Herzens sonographisch darzustellen unddarüber hinaus den Einsatz bei klinisch unklaren respiratorischen und abdominalen Störungen zu erproben. Die Topographie sowie das sonographisch-anatomische Erscheinungsbild der Lunge und der Bauchhöhlenorgane wurde mittelstransversaler Gefrierschnitte und Sektionspräparaten von neugeborenen Kälbern erarbeitet. Anhand der Resultate wurde jeweils eineeffiziente Untersuchungsmethode für die Thorax- und Abdominalsonographie beim bovinen Neonaten entwickelt und nachAnamneseerhebung sowie klinisch segmentalem Untersuchungsgang bei zehn Kontrolltieren mit unauffälligem Abdomen, 113 Kälbern mitakutem Abdomen sowie zehn lungengesunden und 56 Kälbern mit respiratorischen Störungen eingesetzt. Die Ultraschallbefunde derLunge und des Abdomens wurden verglichen mit den klinischen und gegebenenfalls den pathologischen Ergebnissen. ZusätzlicheRöntgenaufnahmen der Lunge dienten zur Verifikation der sonographisch erhobenen Befunde. Mit Hilfe der Thoraxsonographie war esmöglich, Lungenatelektasen, Fruchtwasseraspirationen, Lungenödeme und Pneumonien sowie Lungenabszesse zu detektieren. ImVergleich zur radiologischen und klinischen Untersuchung der Lunge konnten Schweregrad, Ausmaß sowie Art einer pulmonalen Läsionsehr schnell und exakt spezifiziert werden. Ein limitierender Faktor für die diagnostische Thoraxsonographie waren jedoch pleuraferneProzesse, da die Ultraschallwellen normal ventiliertes Lungengewebe nicht durchdringen konnten und somit darunter liegendespatho-morphologisch verändertes Lungengewebe nicht zu erfassen war. Trotz dieser Problematik ist die Lungensonographie zur weiterführenden Beurteilung von klinisch unklaren respiratorischen Störungengeeignet. Mit der Abdominalsonographie ließen sich Harnblase, Nieren, Milz, Leber sowie Teile des Magen-Darm-Traktes undintraabdominale Nabelstrukturen darstellen und bewerten. Zudem konnten mit diesem Verfahren beispielsweise Nierenhypoplasie, Atresiacoli, Peritonitis, Zystennieren, Psalterparese und Entzündungen der Nabelstrukturen zuverlässig nachgewiesen werden. Auch bei derUltraschalluntersuchung der Bauchhöhlenorgane führten Gasansammlungen im Intestinaltrakt in einigen Fällen zu einer eingeschränktenDetaildarstellung der abdominalen Strukturen und Einschränkung der Befundinterpretation. Bei gering- und mittelgradigem Meteorismuskonnte diese Problematik sehr schnell durch Umlagerung des Patienten begegnet werden. Mittels der entwickelten sonographischen Untersuchungsmethoden war es möglich, die Ätiologie klinisch indifferenter Krankheitsbilder bei77 % der pulmonalen Erkrankungen und bei 97.6 % der abdominalen Störungen zu detektieren. Der diagnostische Weg ließ sich dadurchverkürzen, wodurch es möglich wurde, frühzeitig therapeutische Konsequenzen zu ziehen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Erstpublikation in

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform