Erhebungen zur Situation der caninen Reproduktionsmedizin bei Tierärzten und Züchtern : ein Beitrag zur Erhebung des Status quo und zur Verbesserung der Lehre auf diesem Gebiet

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Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei Ziele. Erstens sollen Lehrinhalte desveterinärmedizinischen Studiums kritisch überprüft und Defizite im Ausbildungs- undFortbildungsbereich der caninen Reproduktionsmedizin erfasst und analysiertwerden. Das zweite Ziel ist es, Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten imBereich der Hundereproduktion zu erhalten. Um diese Zielsetzung zu erreichen, wurden Informationen zum Status Quo derReproduktionsmedizin und der Zuchtpraxis beim Hund durch Befragung vonpraktizierenden Tierärzten und Hundezüchtern eingeholt. An der Züchterbefragung nahmen 205 Personen teil. Die Züchter kommen aus 14verschiedenen Bundesländern und züchten 77 verschieden Hunderassen. Amhäufigsten wird der Deutsche Schäferhund gezüchtet. An der Tierärztebefragung nahmen 105 Personen teil. Davon arbeiten 91,4 % ineiner tierärztlichen Kleintier- oder Gemischtpraxis und 8,6 % in einer Klinik. 39 % derTierärzte führen eine intensive Zuchtbetreuung durch. 81,9 % besuchen regelmäßigFortbildungen im Bereich der Reproduktionsmedizin. Zusammenfassend macht die Befragung von Tierärzten und Züchtern deutlich, dass reproduktionsmedizinische Probleme in der tierärztlichen Praxis von großer Bedeutung sind. Dem Bereich der Gynäkologie kommt hierbei der höchste Stellenwert zu. Die Studie liefert wertvolle Hinweise für eine Verbesserung der Lehre im Bereich der Hundereproduktion. Im Rahmen der Züchterbefragung hat sich gezeigt, dass tierärztliches Fachwissen vornehmlich im Bereich der Diagnostik gewünscht ist. So haben Züchter großes Interesse an einer tierärztlichen Deckzeitpunktbestimmung und einer Trächtigkeitsdiagnostik. Die mit diesen Untersuchungen verbundenen Fertigkeiten müssen verstärkt in der veterinärmedizinischen Ausbildung vermittelt werden. Weiterhin macht die Auswertung deutlich, dass im Rahmen der Selbstmedikation die Homöopathie eine große Rolle spielt. Auch wenn der Nutzen einer homöopathischen Behandlung kontrovers diskutiert werden kann, ist eine Auseinandersetzung mit diesem Thema im Rahmen des Studiums notwendig, um in einer Diskussion mit Hundezüchtern fachliche Kompetenz beweisen zu können. Die Ergebnisse der Tierärztebefragung zeigen, dass der Therapie von Gynäkopathien im veterinärmedizinischen Studium höchster Stellenwert zukommen muss. Dies begründet sich zum einen durch das häufige Auftreten von Mammatumoren und Pyometren. Zum anderen hat die Befragung gezeigt, dass bei der Therapie von Gynäkopathien, insbesondere der pathologischen Anöstrie noch Wissensdefizite in der Praxis bestehen. Auch die relativ häufige Durchführung (12,1%) einer Läufigkeitsunterdrückung außerhalb des vorgeschriebenen Behandlungszeitraums sowie die Verabreichung von Östrogenen, anstatt dem nebenwirkungsärmeren Aglepristone, zur Nidationsverhütung zeigen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, studentische Ausbildung und tierärztliche Praxis nicht übereinstimmen.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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