Prävalenz der Cyclooxygenase 2 bei intranasalen Tumoren des Hundes und klinische Untersuchungen zur palliativen Therapie intranasaler Neoplasien mit Meloxicam und hypofraktionierter Strahlentherapie
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Zusammenfassung
Zahlreiche Studien konnten bereits eine Bedeutung des Enzyms Cyclooxygenase (COX) im Rahmen der Kanzerogenese nachweisen und sind Grundlage für den therapeutischen Einsatz von Nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAIDs) in der Tumortherapie. Im Rahmen der vorliegenden Studie erfolgte zunächst ein immunhistochemischer COX 2 Nachweis bei 114 kaninen malignen Nasenhöhlentumoren. Dazu wurden jeweils mindestens 20 Proben der fünf häufigsten Tumorarten (Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom, Übergangsepithelkarzinom, Undifferenziertes Karzinom sowie Chondrosarkom) sowie 5 Ästhesioneuroblastom-Proben ausgewählt. Im Allgemeinen konnte eine tumoreigene COX 2 Expression bei 79% der Proben sowie im Speziellen bei 85% der Karzinome (n=87) nachgewiesen werden. Bei Letzteren wiesen insbesondere Plattenepithelkarzinome (100%) und Undifferenzierte Karzinome (96%) eine ausgeprägte COX 2 Expression auf, während Adenokarzinome deutlich seltener (61%) positiv waren. Dies bestätigt die bisher publizierten Ergebnisse auch an größeren Fallzahlen. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass lediglich 41% der untersuchten Chondrosarkome COX 2 exprimierend waren.Im Rahmen einer klinischen Anwendungsstudie an 25 Hunden mit malignen intranasalen Tumoren (außer Lymphomen) wurde ein immunhistochemischer COX 2 Nachweis sowie eine palliative Therapie mittels hypofraktionierter 60Cobalt-Bestrahlung (3 Fraktionen á 8 Gy im wöchentlichen Abstand) und adjuvanter Meloxicam-Gabe (initial 0,2 mg/kg KG, anschließend 0,1 mg/kg KG) durchgeführt. Es erfolgte eine Beurteilung der Therapiewirkung (klinische Symptomatik und Tumorvolumen), der progressionsfreien Zeit und der Überlebenszeit einschließlich statistischer Auswertung.Der Großteil der Patienten wurde aufgrund von Nasenausfluss, Niesen und nasalem Stridor nach median 12 Wochen zur Therapie vorgestellt. Die Patienten litten an Karzinomen (60%), Sarkomen (36%) sowie einem Ästhesioneuroblastom. Eine statistisch signifikant kürzere progressionsfreie Zeit konnte bei Adenokarzinomen (p=0,020) und Chondrosarkomen (p=0,030) festgestellt werden, was sich jedoch nicht in der Überlebenszeit widerspiegelte. Die Tumorstadieneinteilung erfolgte anhand von computertomographischen Befunden nach einem modifizierten TNM-Schema der WHO. Initial befanden sich sieben Tumoren (28%) in Stadium I, zehn Tumoren (40%) in Stadium III und acht Tumoren (32%) in Stadium IV. Das Tumorstadium erwies sich als statistisch signifikant für die progressionsfreie Zeit (p-Wert & #8804;0,020) und die Überlebenszeit (p-Wert & #8804;0,010).Die mediane progressionsfreie Zeit der Studienpatienten lag bei 147 Tagen (Spanne 0 545 Tage), die mediane Überlebenszeit bei 214 Tagen (Spanne 57 639 Tage). Fünf Patienten waren zum Studienendpunkt nach 639, 461, 470, 401 und 365 Tage weiterhin am Leben und wurden für die Berechnungen zensiert.Insgesamt 84% der Tumorproben (21/25) erwiesen sich immunhistochemisch als COX 2 positiv. Bei differenzierter Betrachtung zeigten 87% der Karzinome eine COX 2 Expression, was mit den Literaturangaben und dem Ergebnis der immunhistochemischen Studie korreliert, aber auch 78% der Sarkome. Letzteres war insbesondere durch undifferenzierte Sarkom-Subtypen bedingt. Im Rahmen der Tumortherapie entwickelten 96% der Patienten eine Verbesserung der klinischen Symptomatik, die bei drei Viertel der Patienten bereits nach median 14,5 Tagen Meloxicam-Monotherapie zu verzeichnen war. Die adjuvante Meloxicam-Gabe erwies sich, bis auf einen Patienten mit initialer Hypoalbuminämie, bei dauerhafter Gabe als gut verträglich. Zudem war eine partielle Remission des Tumorvolumens bereits nach der Meloxicam-Monotherapie bei 5 Patienten mit 12-75% Tumorrückgang zu verzeichnen. Nach Beendigung der Strahlentherapie entwickelten 68% der Hunde innerhalb der ersten drei Monate eine partielle Tumorremission. Nebenwirkungen der Strahlentherapie traten vor allem bei Patienten mit überdurchschnittlichen Überlebenszeiten auf und betrafen überwiegend okulare und dermale Strukturen.Die Ergebnisse zeigen, dass auch bei weit fortgeschrittenen Tumoren und älteren Patienten zufriedenstellende Ergebnisse mithilfe einer palliativen hypofraktionierten Bestrahlung und adjuvanten Meloxicam-Gabe erzielt werden können. Inwieweit eine NSAID-Gabe bei solchen Patienten eine antitumoröse Wirkung besitzt, sollte weiterführend mittels plazebo-kontrollierten Studien untersucht werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
