Evaluierung und Anwendung neuartiger enzymimmunologischer Verfahren für Mutterkornalkaloide in Lebensmitteln
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Diese Arbeit beschreibt den Nachweis von Mutterkornalkaloiden (Ergotalkaloiden) aufimmunchemischer Basis. Hierzu wurden polyklonale Antikörper gegen verschiedeneErgotalkaloide eingesetzt bzw. hergestellt. Als Referenzmethode zur Methodenprüfung sowiezur Prüfung des Toxinspektrums in Lebensmitteln wurde eine HPLC-Analytik für 14Ergotalkaloide eingesetzt (Ergometrin, Ergotamin, Ergocristin, alpha-Ergocryptin, alpha-Ergocryptin,Ergocornin, Ergosin sowie die sieben korrespondierenden -inin-Isomere). Unter Verwendungvon Antikörpern gegen Ergometrin (Ergonovin), Ergotamin, alpha-Ergocryptin und Ergocorninwurden kompetitive Enzymimmuntests erstellt und charakterisiert. Die Nachweisgrenzendieser Tests für das entsprechende Alkaloid lagen bei 0,03 ng/ml (Ergometrin), 0,2 ng/ml(Ergotamin), 1 ng/ml (alpha-Ergocryptin) bzw. 3 ng/ml (Ergocornin). Bezüglich der Testspezifitätzeigte sich, dass im Testsystem für Ergometrin alle 14 Ergotalkaloide erfassbar waren,während die anderen drei Testsysteme jeweils nur mit Teilgruppen kreuzreagierten. Auf derBasis der Antikörper gegen Ergometrin wurde ein gruppenspezifischer Nachweis fürErgotalkaloide etabliert und validiert. Mit diesem Generic Ergot Alkaloid Enzymimmuntestkonnte die Summenbelastung dieser Toxine in Getreide und Getreiderzeugnissen mit einerNachweisgrenze von 20 alpha g/kg (Brot 14 mü g/kg) bestimmt werden. DurchVergleichsuntersuchungen mit HPLC anhand natürlich kontaminierter Probenmaterialienkonnte die Anwendbarkeit dieses Testsystems demonstriert werden. Unter Verwendung desGeneric Ergot Alkaloid Enzymimmuntests wurden 223 getreidehaltige Lebensmittel desdeutschen Marktes untersucht. Roggen und daraus hergestellte Lebensmittel waren amhäufigsten belastet (77-91 %), die Medianwerte des Gesamtergotalkaloidgehalts lagenzwischen 45 mü g/kg und 152 mü g/kg. Weizen und daraus hergestellte Erzeugnisse warenseltener und in niedrigeren Konzentrationen belastet (9-28 %, Medianwerte<Nachweisgrenze). In Dinkel und Dinkelmehl waren Ergotalkaloide ebenfalls nachweisbar,jedoch in geringen Konzentrationen. Das in dieser Arbeit entwickelte Verfahren (GenericErgot Alkaloid Enzymimmuntest) eignet sich somit zum einfachen, schnellen undempfindlichen Routinenachweis von Ergotalkaloiden in Getreide und verarbeitetenLebensmitteln.
