Untersuchungen zur testikulären Steroidhormonproduktion beim Eber und der Aktivität der Enzyme Östrogensulfotransferase und Arylsulfatase C in Hoden und Nebenhoden
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Zusammenfassung
36 geschlechtsgesunde Eber verschiedener Rassen wurden im Alter zwischen 98 und 995 Lebenstagen kastriert. In unterschiedlicher Häufigkeit konnten unter der Operation von jeweils einem Tier Blutproben aus der Arteria und Vena testicularis sowie der Vena auricularis magna bzw. der Vena cava cranialis (periphere Zirkulation) gewonnen werden, von 6 geschlechtsreifen Ebern wurden die Hoden mit Nebenhoden unmittelbar nach dem Absetzen zur weiteren Aufbereitung ins Labor verbracht. Weiterhin stand Seminalplasma von 20 Deckebern zur Verfügung. Zur näheren Charakterisierung der testikulären Steroidsekretion wurden in allen Blutproben mittels Radioimmunotest Estron (E1), Estronsulfat (E1S), Testosteron (T) und Progesteron (P4) bestimmt. Für alle vier Wirkstoffe ergaben sich in der testikulären Zirkulation deutlich positive arteriovenöse Differenzen; damit wurde erstmals P4 als Produkt der testikulären Steroidproduktion erkannt. Für E1, E1S und P4 ergaben sich keine Konzentrationsunterschiede zwischen der peripheren Zirkulation und der A. testicularis; die Werte für Testosteron waren dagegen der Tendenz nach in der A. testicularis höher, was auf eine Gegenstromverteilung aufgrund der engen anatomischen Verflechtung von A. und V. testicularis hinweist. Bis zum Alter von ca. 1 Jahr dominiert die Sekretion von T, danach die von E1S. Eine altersabhängige Zunahme der testikulären Steroidhormonsekretion war nur für E1 und E1S (p<0,01 bzw. p<0,001) erkennbar und auch nur in der peripheren Zirkulation. Als Erklärung hierfür werden die in der V. testicularis stark schwankenden und auf eine pulsatile Freisetzung hindeutenden Werte interpretiert, bei einer gleichzeitigen Windkesselfunktion des allgemeinen Kreislaufes. Unbeschadet davon war der Verlauf der Hormonwerte in der peripheren Zirkulation mit denen der testikulären Zirkulation (A. und V. testicularis) in hohem Maße korreliert; entsprechend zeigte sich eine hohe Korrelation für den Verlauf der Östrogen- und T- Werte in der V. testicularis, keine Korrelation ergab sich zur Sekretion von P4. Die im Seminalplasma gemessenen Werte unterschreiten noch die in der peripheren Zirkulation gemessenen und lassen einen aktiven Übergang der gemessenen Steroide in das Seminalplasma eher unwahrscheinlich erscheinen.Die bei der Kastration entnommenen Hoden und Nebenhoden wurden getrennt zuGewebehomogenaten verarbeitet und unter Zugabe 3H-markiertem E1 bzw. E1S auf das Vorhandensein von Östrogensulfotransferase- (OST-) bzw. Arylsulfatase C-(ASC-) untersucht. Eine OST-Aktivität konnte praktisch ausschließlich im Nebenhodenhomogenat festgestellt werden, ihre Darstellbarkeit war an die Zugabe des spezifischen Cofaktors PAPS(3´-Phosphoadenosin-5´-Phosphosulfat) gebunden. ASC-Aktivität war in beiden Geweben vorhanden, mit einer offensichtlich höheren Aktivität im Hoden. Diese Befunde weisen darauf hin, dass die in der V. testicularis gemessenen hohen E1SKonzentrationen eher epididymalen Ursprungs sind als testikulären; das Vorhandensein der OST und ASC im Nebenhoden wie auch von ASC im Hoden läßt den Schluß zu, dass über beide Enzyme die lokale Verfügbarkeit des biologisch aktiven E1 reguliert wird.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2006
