Hintergrund und Fragestellung. Eine Umfrage zur Situation und Entwicklung der psychosomatischen Dermatologie in deutschen Hautkliniken soll die Ist-Situation 10 und 20 Jahre nach entsprechenden Vergleichsstudien erheben.Patienten/Methodik. Die Fragebögen wurden an 139 Hautkliniken gesendet. Je ein Bogen ging an die Ärzte und ein weiterer an das Pflegepersonal (insgesamt wurden also 276 Briefe verschickt). 153 Fragebögen wurden zurückgeschickt, 150 hiervon (59,5 %) konnten ausgewertet werden.Ein Großteil wurde von dermatologischen Chefärzten (63/126=50,0 %) beantwortet.Ergebnisse. Einen Bedarf an einem psychosomatischen Therapieangebot zusätzlich zur dermatologischen Versorgung sehen die befragten Ärzte bei 21,67 % der Patienten, die Pflege schätzt den Anteil dieser Patienten im Mittel auf 33,55 %. Die Verbesserung der Krankheitsbewältigung sollte wesentliches Ziel der psychosomatischen Intervention sein. Die Bedeutung psychischer Faktoren wurde insgesamt im Vergleich zur Studie vor 20 Jahren bei fast allen Dermatosen deutlich höher angegeben, im Vergleich mit der Erhebung von 1999 ist eine ähnliche Bewertung der Bedeutung psychischer Faktoren im Krankheitsverlauf angegeben. Die Kooperation mit der Psychosomatik mittels eines Konsils hat in den letzten 10 Jahren an Bedeutung gewonnen.Schlussfolgerungen. Psychosomatische und somatopsychische Aspekte scheinen nach den Angaben der Umfrage inzwischen zu einem obligaten Bestandteil dermatologischer Versorgung in den Hautkliniken geworden zu sein. Die Häufigkeit einzelner psychosomatischer Störungen bei Hauterkrankungen wird jedoch im Vergleich zu gezielten Einzelarbeiten immer noch unterschätzt.
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