Vergleich von früher und später Tracheotomie bei langzeitbeatmeten Patienten und deren Einfluss auf die Entwicklung einer Ventilator-assoziierten Pneumonie

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Die perkutane dilatative Tracheotomie (PDT) gilt als allgemein anerkannte Methode zur Sicherung der Atemwege bei langzeitbeatmeten Patienten. Der richtige Zeitpunkt der Durchführung wird jedoch kontrovers diskutiert. In der Literatur finden sich unterschiedliche Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen. Innerhalb von 2 Jahren wurden 100 überwiegend chirurgische Patienten prospektiv randomisiert entweder einer frühen (PDT innerhalb von 4 Tagen nach Intubation) oder einer späten Tracheotomiegruppe (PDT nach =6 Tagen) zugeteilt. Das Studiendesign wurde von der hiesigen Ethikkommission genehmigt und richtet sich nach der Satzung der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis vom 14. Juli 1999. Es wurden lediglich Patienten mit durch ein Amtsgericht eingerichteter Betreuung und gültiger Einwilligungserklärung eingeschlossen. Beide Gruppen bestanden aus einer gleichen Anzahl von Patienten mit APACHE II >25 und <25. Das Hauptzielkriterium war die Krankenhaus- und Intensivstationsmortalität. Die Länge des Krankenhaus- und Intensivstationsaufenthaltes, die Dauer der mechanischen Ventilation und das Auftreten von Ventilator-assoziierten Pneumonien (VAP) galten als Nebenzielkriterien. VAP wurde definiert als Clinical Pulmonary Infection Score (CPIS) >6. Es konnte gezeigt werden, dass kein signifikanter Unterschied zwischen früher und später Tracheotomiegruppe bezüglich der Krankenhausmortalität (20% vs. 22%) und der Intensivstationsmortalität (18% vs. 14%, p=0,8086) besteht. Im Vergleich zur späten Gruppe wies die frühe Gruppe deutlich geringere Krankenhausaufenthaltszeiten (31,5 vs. 68,0 Tage), Intensivstationsaufenthaltszeiten (21,5 vs. 30,6 Tage) und kürzere Gesamtbeatmungszeiten (367,5 vs. 507,5 Tage) auf. 38% der früh tracheotomierten Patienten vs. 64% der spät tracheotomierten Patienten entwickelten eine VAP. Diese Studie ist die erste, die prospektiv frühe und späte PDT an einem überwiegend chirurgischen Patientengut vergleicht. Die Intensivpatienten profitieren von der frühen PDT durch deutlich kürzere Beatmungs- und Aufenthaltszeiten sowie geringere VAP-Inzidenz.

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