Funktionelle Charakterisierung des Parvovirus H-1 Capsids während des Infektionsvorganges

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Parvoviren sind kleine nichtumhüllte weitverbreitete Viren und kommen bei praktisch allen Tierarten und beim Menschen vor. Sie werden über Endozytose in die Zelle aufgenommen, wobei der niedrige pH für eine produktive Infektion essentiell ist. Genomreplikation findet im Zellkern statt und ist von einer Zellteilung unabhängig, sodass ein aktiver Transport des viralen Genoms durch die Kernporen postuliert wird. Da Nukleinsäuren an sich nicht karyophil sind, muss ihre nukleäre Aufnahme durch karyophile Proteine vermittelt werden, die an dem viralen Genom gebunden sind. Mögliche Proteine sind das VP2, das ein so genanntes Kern-Lokalisations-Motiv trägt, und das VP1, das ein klassisches Kerntransportsignal aufweist. Jedoch werden beide Proteinregionen nur in Zwischenstufen der Capsidassemblierung oder unter Ansäuerung exponiert. Im Gegensatz zu diesen Beobachtungen führt eine Mikroinjektion von Parvoviren in das Cytoplasma, durch die der endozytotische Transport umgangen wird, zu einer produktiven Infektion. Diese Diskrepanz führte zu der gegenwärtigen Arbeit, in der die frühen Stufen des parvoviralen Zelleintritts untersucht wurden. Durch Separation verschiedener Zellkompartimente nach Parvovirus H-1 Infektion konnten wir zeigen, dass in die Zelle eintretende Viren ihr Sedimentationsverhalten und Stabilität ändern. Diese Veränderungen standen in Beziehung zur nukleären Genomaufnahme. Es konnte gezeigt werden, dass Veränderungen des Capsids und Lokalisation des Genoms von Ansäuerung abhängig sind. Bemerkenswerterweise konnten durch Immunfluoreszenzanalyse von viralen Capsiden keine intranuklären Capside gezeigt werden. Aus den Untersuchungen geht hervor, dass Parvovirus H-1 unter der endosomalen Ansäuerung eine strukturelle Veränderung durchläuft, die für die Translokation des Genoms an die Kernmembran notwendig ist. Der fehlende nukleäre Import des gesamten Capsids zeigt, dass eine Freisetzung des Genoms aus dem Capsid an oder in der Kernpore stattfindet.

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Marburg: Görich & Weiershäuser 2007 (Wissenschaft in Dissertationen ; 838)

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