Einfluss von Mikrowellenstrahlung auf die Vitalität verschiedener Dermatophyten

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Dermatomykosen gehören zu den häufigsten dermatologischen Krankheitsbildern undsind auch in Deutschland endemisch. Die verbreitesten Dermatomykosen sind Tineapedum et unguium pedum. In letzter Zeit nimmt die Inzidenz von Tinea pedum durchden veränderten Freitzeitgewohnheiten ( Lifestyle ) zu. Da die Menschen auf Grunddieser Veränderung der Lebensumstände mehr Sport treiben als früher, ist das Risikoeine Tinea pedum zu bekommen, gestiegen. Dies resultiert aus der Tatsache, dass vieleMenschen mehr Sportschuhe und Sportausrüstung tragen und auch öfter Kontakt zuvielbesuchten Sportstätten, wie z.B. Schwimmbädern haben. Desweiteren werdenheutzutage auch mehr öffentliche Saunen, Thermalbäder und Hotels besucht, wasebenfalls das Risiko für Tinea pedum steigert.Die Übertragung der durch Dermatophyten verursachten Pilzerkrankungen erfolgt fastausschließlich auf indirektem Wege: Das aus den Pilzherden stammenden infektiöseMaterial gelangt zunächst in die Umgebung des Kranken, von dort kann sofort dernächste infiziert werden.Um eine Reinfektionsgefahr bei Tinea pedum zu vermindern, ist ein geeignetesDesinfektionsverfahren sehr wichtig. Die sehr einfachen und wirkungsvollenHitzedesinfektionsverfahren (Kochen, trockene Hitze im Backofen und Autoklavieren)werden von vielen Schuheinlagen nicht vertragen und kommen deshalb nicht inBetracht. Von den chemischen Desinfizientien muss man verlangen, dass sie weder dieSchuheinlage beschädigen noch nachteilig auf die Haut wirken. Das bisher effektivstechemische Desinfektionsmittel ist Formaldehyd. Die Benutzung von Formaldehyd istaber nicht mehr zu empfehlen, es wurde von der International Agency for Research onCancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserzeugend für denMenschen eingestuft.In dieser Arbeit wurde der Effekt von Mikrowellenstrahlung auf mit verschiedenenDermatophyten infizierte Kork- und Weichbettschuheinlagen untersucht, umfestzustellen, ob sich Mikrowellenstrahlung als wirksame Desinfektionsmethode eignet.Als Dermatophyten wurden die häufigsten Erreger von Tinea pedum ausgewählt(Trichophyton rubrum, Trichophyton rubrum olexa als Subspezies von Trichophytonrubrum und Trichophyton interdigitale), sowie Microsporum canis, da dieser gegenüberdem derzeit gegen Dermatophyten wirksamsten Antimykotikum Terbinafin nur eineeingeschränkte Ansprechrate zeigt. Die kontaminierte Schuheinlage wurde mitMikrowellen verschiedener Intensität und unterschiedlicher Dauer bestrahlt. Es wurdenjeweils 10 Kolonien mit Kork- und Weichbettschuheinlagen bei gleicher Dauer undIntensität bestrahlt und mit einer entsprechenden nicht bestrahlten Kontrollgruppeverglichen. Dieser Versuch wurde dann dreimal wiederholt und die Ergebnissestatistisch über Chi²-Test auf Signifikanz überprüft. Es zeigte sich ein signifikanterUnterschied zwischen den einzelnen Dermatophytenspezies beiWeichbettschuheinlagen und teilweise auch bei Korkschuheinlagen innerhalb gleicherBestrahlungsdauer und Intensität.Es konnte in den Untersuchungen aber gezeigt werden, dass eine kompletteWachstumshemmung aller vier Dermatophytenspezies nach einer Bestrahlung von 30Sekunden bei 560 Watt bei beiden Schuheinlagentypen eintritt. Die maximal erreichteTemperatur lag dabei bei 60°C. Hierbei sind die Schuheinlagen optisch nicht beschädigtwordenAus diesen Versuchen kann daher abgeleitet werden, dass Mikrowellenstrahlung eineeinfache, wirksame und schonende Desinfektionsmethode für mit Dermatophytenkontaminierte Schuheinlagen bietet. Sie benötigt nur kurze Zeit, schont das Materialund hat keine negativen Auswirkungen auf die Haut.

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