Die Rolle der HLA Klasse II-Antikörper im Pathomechanismus der transfusionsassoziierten akuten Lungeninsuffizienz

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Die transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI) ist die Haupttodesursache bei Bluttransfusionen in den USA und anderen Nationen. Über 90% aller untersuchten TRALI-Fälle, welche aus Originalarbeiten sowie dem Hämovigilanzregister stammen, zeigen einen Nachweis von HLAAntikörpern im Spenderplasma und das Vorhandensein des korrespondierenden Antigens beim Empfänger. Hierbei handelte es sich in einer Vielzahl der Fälle um Antikörper gegen HLA-Klasse II-Merkmale. Das korrespondierende Antigen tragen aber weder Granulozyten noch Endothelzellen, was eine direkte Aktivierung dieser Zellen ausschließt. Beide Zelltypen können zwar theoretisch im aktivierten Zustand HLA-Klasse IIAntigene exprimieren, aber in vivo gibt es bislang keine Hinweise bzw. Belege hierfür. Ein alternativer Mechanismus über die Aktivierung von Monozyten wurde daher in Erwägung gezogen. In der vorliegenden Arbeit konnten wir anhand von in vitro und ex vivo Untersuchungsmethoden einen indirekten Aktivierungsweg der TRALI über Monozyten nachweisen. Den Monozyten kann dadurch eine zentrale Rolle im Pathomechanismus der HLA Klasse II-induzierten TRALI zugeschrieben werden. Monozyten wurden durch die Inkubation mit korrespondierenden HLA Klasse II Antikörpern aktiviert. In diesem aktiviertem Zustand waren sie fähig, Zytokine freizusetzen, die neutrophile Granulozyten aktivieren, die wiederum zu einer Störung der endothelialen Lungenbarriere führten. In unserem ex vivo Rattenlungenmodell führte die HLA Klasse IIantikörperabhängige Monozytenaktivierung in einer klinisch relevanten Zeit zu einem ausgeprägtem Lungenödem, wenn das Lungenendothel zwei Stunden vor Versuchsbeginn mit LPS voraktiviert wurde und neutrophile Granulozyten anwesend waren. Unsere Daten lassen die Vermutung zu, dass in einer Vielzahl der TRALI-Fälle Monozyten zelluläre Schlüsselfiguren sind und dass HLA Klasse II Antikörper TRALI durch eine Kaskade auslösen, welche durch eine Monozytenaktivierung eingeleitet wird. Desweiteren lassen die Daten den Schluss zu, dass die TRALI-Pathogenese einem Schwellenmodell folgt. Die Ergebnisse dieser Arbeit unterstützen den kürzlich gefassten Entschluss, mehrfach schwangere Frauen von der Plasmaspende auszuschließen.

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Gießen : VVB Laufersweiler

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