Lasergestützte Erythrozytenanalyse (ADVIA® 120 und LaserCyte®) bei Hund und Katze mit Auswertung der Erythrozytenmorphologie
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Zusammenfassung
Ziel der StudieZiel der vorliegenden Studie ist die durchflusszytometrische Untersuchung (ADVIA® 120 und LaserCyte®) von anämischen Hunden und Katzen und von Tieren mit morphologischen Veränderungen sowie die Auswertung der morphologischen Erythrozytenveränderungen anhand von Geräteparametern und grafischen Darstellungen.Material und MethodenIn die Studie eingeschlossen werden Blutproben von 329 Hunden und 77 Katzen mit Anämie oder morphologischen Erythrozytenveränderungen. Diese werden am ADVIA® 120 und an zwei LaserCyte®-Geräten analysiert. Als Vergleich des Hämatokrits dient der Zentrifugenhämatokrit und die gemessene Retikulozytenzahl wird anhand von manuell ausgezählten Retikulozyten auf supravitalgefärbten Blutausstrichen überprüft. Für alle drei Geräte erfolgt für den Hund eine Präzisionsmessung innerhalb einer Serie. Im Methodenvergleich werden die Korrelation, die Passing& Bablok-Regression sowie die Bland-Altman Analyse zur statistischen Auswertung herangezogen. Dazu wird das Programm Analyse it für Microsoft Excel (2003) verwendet. Anhand von 60 gesunden Hunden und 44 gesunden Katzen werden eigene Referenzwerte bestimmt. Die Beurteilung der morphologischen Erythrozytenveränderungen erfolgt durch die Parameter MCV, MCHC und RDW im Vergleich zu den grafischen Darstellungen beider Geräte. Außerdem wird die Krankheitsursache in die Auswertung mit einbezogen. ErgebnisseDer ADVIA® 120 weist für die Präzision innerhalb der Serie beim Hund für die Parameter RBC, HGB, HKT, MCV, MCH, MCHC und RDW mit Variationskoeffienten von 0,33-1,92% sehr gute Ergebnisse auf. Für die Retikulozytenzählung ergeben sich in Übereinstimmung mit der Literatur gute Präzisionen (CV 4,78-10,31%). Beim LaserCyte® ist für den MCV und den RDW mit CV-Werten zwischen 0,38 und 2,49% ebenfalls eine exzellente Präzision nachzuweisen. Die anderen Parameter der roten Zellreihe liefern für den LaserCyte® mit guten bis mäßigen Präzisionen schlechtere Ergebnisse als der ADVIA® 120. Mit Variationskoeffizienten von bis zu 28,75% weist die Retikulozytenmessung am LaserCyte® eine starke Impräzision auf. Im Methodenvergleich werden Spearman-Korrelationskoeffizienten rs zwischen 0,99 und 0,09 erreicht. Für die Parameter RBC, HGB und HKT sind sehr gute Korrelationen (rs 0,92-0,99) zwischen den Geräten nachzuweisen, während die Werte für den MCV, den RDW und die Retikulozyten als mäßig bis gut zu bezeichnen sind. Die Korrelationen für MCH und MCHC sind als unzureichend anzusehen. Bei der Beurteilung der Steigungswerte fallen unterschiedlich starke proportionale Fehler im Vergleich von allen Parametern auf: Beim RBC beim Vergleich mit dem LCblau, beim HGB, beim HKT für den Hund beim Vergleich mit dem LCblau, für die Katze beim Vergleich mit dem LCrot. Ausgeprägte proportionale Fehler zwischen dem ADVIA® 120 und dem LaserCyte® werden für die Parameter MCV, RDW, MCH und MCHC nachgewiesen. Die Retikulozytenzahlen bei Hund und Katze fallen beim LaserCyte® niedriger aus als beim ADVIA® 120 und der manuellen Methode, sodass die Retikulozyten v.a. bei hohen Werten am LaserCyte® unterschätzt werden. Die mittels verschiedener Methoden erstellten Referenzwerte für Hund und Katze passen gut zu den in der Literatur veröffentlichten Daten.Beim Hund wird eine Anämie am häufigsten durch Immunhämolysen, Hepatopathien, Blutungsanämien und Infektionen ausgelöst. Bei anämischen Katzen sind lymphoretikuläre Erkrankungen am häufigsten vertreten. Die Auswertung der Erythrozytenmorphologie anhand der Parameter MCV, MCHC und RDW sowie durch die grafischen Darstellungen lässt den Schluss zu, dass die DotPlots bei der Entdeckung morphologischer Erythrozytenveränderungen der Beurteilung von RDW, MCV und MCHC überlegen sind. Die Erkennung von Zellen mit abweichender Morphologie ist auf den DotPlots beider Geräte möglich, wobei erste Veränderungen auf dem TIC TAC TOE des ADVIA® 120 einfacher zu detektieren sind. Die Retikulozytenanalyse durch den ADVIA® 120 ist für Hund und Katze gut zur Anämieklassifikation geeignet. Durch die Anhebung des Cut-off-Wertes auf 80 x 109/l Retikulozyten beim Hund können gute Sensitivitäten von 92% (Hund) und 100% (Katze) und Spezifitäten von 90% (Hund und Katze) zur Anämieklassifikation erreicht werden. Beim LaserCyte® ist durch ein Herabsetzen des Cut-off-Wertes auf 35 x 109/l zwar eine Verbesserung von Sensitivität und Spezifität möglich, aber erst durch das Festsetzen eines Graubereiches, in dem keine Anämieklassifikation durchgeführt wird, können zufriedenstellende Sensitivitäten und Spezifitäten von über 90% erreicht werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
