Modelluntersuchungen mit Epiduralnadeln und ihren Modifikationen in Bezug auf gedachten und tatsächlichen Nadelweg

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-12962

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Rückenmarknahe Leitungsanaesthesien stellen standardisierte Verfahren dar, die heute in zunehmendem Maße in der klinischen Patientenversorgung eingesetzt werden. Auf dem Markt werden von den Herstellern eine Vielzahl verschiedener Modelle von Epiduralnadeln und deren Modifikationen zur kontinuierlichen Spinal-Epiduralanaesthesie angeboten. Diese Produkte unterscheiden sich nicht nur in der Größe des Querschnitts, sondern auch in der Form der Nadelspitze, die zur Kathetereinführung eine spezielle Konfiguration aufweisen muß. In der vorliegenden Modelluntersuchung wurden - in vier Versuchsreihen - unterschiedliche, fabrikneue Nadeln zur Epiduralanaesthesie bezüglich ihrer Abweichung von der Längsachse in Testgewebe untersucht. In einer fünften Versuchsreihe wurde der Einfluß vorheriger Benutzung (Frage der Mehrfachanwendung) der untersuchten Nadeln auf den Punktionsweg festgestellt. Wir arbeiteten mit 16G- und 18G-Periduralnadeln mit Tuohy-Schliff (Perican ®, Firma B. Braun), 18G-CSE-Nadeln mit Tuohy-Schliff (Espocan ®, Firma B. Braun) und 18G-CSE-Nadeln mit Tuohy-Schliff (Epistar ®, Firma Rüsch). Die fabrikneuen Nadeln wurden aus laufenden Serien direkt beim Hersteller bezogen; die gebrauchten Nadeln wurden im Orthopädischen Operationsbereich der St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe gAG - nach der Anwendung am Patienten - für die weiteren Untersuchungen asserviert. Die Messungen wurden mit Hilfe einer mechanischen Präzisionseinrichtung unter standardisierten Bedingungen untersucher-unabhängig durchgeführt. Die Auswahl des Testgewebes erfolgte nach ausführlichen Prüfungen unterschiedlichster Materialien auf deren möglichst hohen Grad an Vergleichsfähigkeit bezüglich einer in-vivo-Punktion. Alle untersuchten Epiduralnadeln und deren Modifikationen zeigten deutliche Abweichungen von der Längsachse in bereits sechs Zentimetern Einstichtiefe. Es ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen den untersuchten Nadeln. Ein Unterschied in dem Ausmaß der Abweichung konnte für fabrikneue und gebrauchte CSE-Nadeln nicht festgestellt werden. Eine Mehrfachanwendung ein und derselben Nadel, sofern diese Nadel keine offensichtlichen Deformierungen aufweist, scheint daher unbedenklich. Die in der Literatur angeführten Methoden zur Vermeidung einer unerwünschten Achsenabweichung müssen aus unserer Sicht mit Skepsis betrachtet werden. Die diese Technik anwendenden Ärzte sollten die von uns beschriebenen Gesetzmäßigkeiten berücksichtigen - speziell bei schwierigen Punktions-verhältnissen oder in der Lernphase dieser anspruchsvollen Anaesthesietechniken.

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