Antithrombotische Therapie bei Patienten mit Vorhofflimmern : Klinische Realität und Richtlinien
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Zusammenfassung
Der Nutzen der OAK bei VHF hinsichtlich der Schlaganfallvermeidung ist durch eine Vielzahl von randomisierten Studien belegt. In der Praxis ist die Umsetzung dieser Erkenntnisse häufig unzureichend. Es wurde eine prospektive Beobachtungsstudie in einem 6 Monatszeitraum durchgeführt. Alle Patienten mit VHF, gleich welcher Abteilung unseres Schwerpunktkrankenhauses, wurden erfasst. Klinische Charakteristika und die antithrombotische Therapie zum Aufnahmezeitpunkt, zum Zeitpunkt des stationären Aufenthalts, bei Entlassung und zur Nachbeobachtungszeit wurden analysiert. Es konnten 302 Patienten mit VHF im mittleren Alter von 73,3 ± 10,2 Jahren (35 93) eingeschlossen werden. Dies entsprach einer Prävalenz von 4,1% der Patienten, die ein EKG in diesem Zeitraum erhalten hatten. Männer waren mit 163 (54%) in der Mehrzahl gegenüber 139 (46%) Frauen. Bei Aufnahme waren 93 (30,8%) Patienten antikoaguliert. Eine Ziel-INR von 2,0 3,0 war bei 50,6% der Patienten nachzuweisen. Frauen und Patienten ? 65 Jahre wurden signifikant seltener antikoaguliert als Männer (p = 0,03) und Patienten < 65 Jahre (p = 0,04). Bei Entlassung waren 142 (47,0%) Patienten antikoaguliert. Eine Ziel-INR war dann bei 51,2% der Patienten nachzuweisen. Zwischen Frauen und Männern war kein signifikanter Unterschied in der Häufigkeit der OAK mehr nachweisbar (p = 0,4). Weiterhin wurden Patienten ? 65 Jahre signifikant seltener antikoaguliert als Patienten < 65 Jahre (p = 0,0001). Von 289 Patienten zur Nachbeobachtungszeit waren 124 (42,9%) antikoaguliert. Eine Ziel-INR war nun bei 65,4% der Patienten nachzuweisen. Frauen wurden signifikant seltener antikoaguliert als Männer (p = 0,04). Zwischen Patienten ? 65 Jahre und Patienten < 65 Jahre war lediglich eine Tendenz zur Untertherapie der Patienten ? 65 Jahre zu finden (0,08). Die Ereignisraten von Ischämien, Blutungen und Todesfällen, in % / Jahr der großen, randomisierten Primärpräventionsstudien sowie die Ereignisraten der großen, randomisierten Therapiestrategiestudien waren vergleichbar. Die Sekundärpräventionsstudie und die Antikoagulationsstudie, die den neuen Thrombinantagonisten mit Warfarin verglich, zeigten deutlich erhöhte Ereignisraten vergleichbar der eigenen Studie.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Zeitschrift für Kardiologie, 91.2002, Suppl 5, S. 69
