Untersuchungen zur Mutagenität der Lebensmittelfarbstoffe Amaranth und Erythrosin B anhand der Induktion von Schwesterchromatidaustauschen und Chromosomenaberrationen bei Humanlymphozyten
Die Mutagenität der Lebensmittelfarbstoffe Erythrosin B (Xanthen-farbstoff) und Amaranth (Azofarbstoff) wurden an Humanlymphozyten in vitro ohne metabolische Aktivierung untersucht. Als Positivkontrollen gelangten der kanzerogene Azofarbstoff Diami-noazobenzol (Buttergelb) und die mutagene und kanzerogene alkylierende Substanz Ethylmethansulfonat zum Einsatz. Zur Prüfung wurden zwei Testverfahren verwendet, die Induktion von strukturellen Chromosomenaberrationen und die Induktion von Schwesterchromatidaustauschen (SCEs).
Beide getesteten Lebensmittelfarbstoffe zeigten einen leichten dosisabhängigen Anstieg der SCEs, der sich bei Amaranth als signifikant erwies, ohne dass eine Verdopplung der bei den unbehandelten Kontrollen ermittelten Werte erreicht wurde, die als beweisend angesehen wird. Bei beiden Farbstoffen konnte keine Zunahme von Chromosomenaberrationen nachgewiesen werden. Bei den Zellen, die mit Amaranth behandelt worden waren, fanden sich vor allem Gaps und wenige Brüche, bei Erythrosin B wurden einige Gaps sowie ein einzelner Chromatidbruch in sämtlichen Versuchsgruppen registriert. Die kanzerogene Substanz Buttergelb führte, sehr wahrscheinlich aufgrund der fehlenden metabolischen Aktivierung, zu keinem signifikanten Anstieg an Schwesterchromatidaustauschen oder Aberrationen. Die mutagene Verbindung Ethylmethansulfonat induzierte keine erhöhten SCEs, zeigte aber eine deutliche Klastogenität, charakterisiert durch das dosisabhängige Auftreten von Chromatid- und Chromosomenbrüchen.
Unsere Ergebnisse, die bei beiden zugelassenen Farbstoffen keinen eindeutigen Hinweis auf Mutagenität ergaben, wurden mit früheren Arbeiten über die Mutagenität und Kanzerogenität dieser Farbstoffe verglichen.
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