Verlaufskontrolle von Flavivirusinfektionen in Deutschland am Beispiel des GB-Virus C

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Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie wurde der Infektionsverlauf sowie die Neuinfektionsrate von GB-Virus Typ C (GBV-C) untersucht. GBV-C ist einparenteral übertragbares, wahrscheinlich nicht pathogenes Virus, das der Familie Flaviviridae zugeordnet wird. Der Nachweis vonGBV-C-RNA zeigt eine bestehende, der Nachweis von E2-Antikörpern eine frühere Infektion an. Für unsere Nachuntersuchung testeten wir200 Dialysepatienten mit bekanntem GBV-C-Infektionsstatus in einem Untersuchungsabstand von 2 ½ Jahren erneut auf GBV-C-RNAmittels RT-PCR und auf GBV-C-E2-Antikörper mittels ELISA. Von den 200 Patienten hatten 85 in der Vorstudie eine GBV-C-Infektion,davon 38 eine bestehende (darunter fünf mit gleichzeitig vorhandenen E2-Antikörpern) und 47 eine frühere GBV-C-Infektion, und 115 keineGBV-C-Infektion. Acht der 33 Patienten mit ehemals GBV-C-Virämie ohne E2-Antikörper und alle fünf Patienten mit GBV-C-Virämie mit E2-Antikörpernhaben ihre Virämie verloren. Wir schätzen die durchschnittliche Virämiedauer auf über fünf Jahre. Eine GBV-C-Infektion verläuft demnachchronisch, kommt es aber zur E2-Antikörperbildung, verschwindet normalerweise die Virämie. Insgesamt wurde nur bei zwei von 200Patienten im Follow-up GBV-C-RNA und E2-Antikörper gleichzeitig nachgewiesen. Eine GBV-C-Virämie und E2-Antikörper kommen alsonicht längere Zeit gemeinsam vor. Kein Patient, der E2-Antikörper zumindest auch in der Nachuntersuchung aufwies, hat sich erneut mit GBV-C infiziert. Das Vorhandenseinvon E2-Antikörpern, scheint einen Schutz vor Reinfektionen zu bieten. Elf von 47 Patienten haben ihre Antikörper verloren. GBV-C-E2-Antikörper persistieren demnach normalerweise nicht lebenslang. Wirschätzen die Dauer der Nachweisbarkeit von E2-Antikörpern auf über fünf Jahre. Insgesamt haben sich mindestens neun Patienten neu mit GBV-C infiziert. Davon hatten fünf Patienten eine bestehende GBV-C-Infektion,darunter einer mit gleichzeitigem Vorhandensein von E2-Antikörpern. Vier Patienten haben ihre Virämie schon wieder überwunden undwiesen nur noch E2-Antikörper auf. Die daraus resultierende Inzidenz von 3 % ist sehr hoch. Auf der Suche nach dem Übertragungswegvon GBV-C sollte eine nosokomiale Infektion während der Dialysebehandlung, z.B. durch mangelnde Hygiene diskutiert werden. Würdenpathogene Viren mit ähnlich leichter Übertragbarkeit wie GBV-C Einzug halten, wären erhebliche Probleme zu erwarten. Schließlich konnten wir keinen Faktor unter den Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Transfusionsstatus, Dialysedauer undHCV-Infektionsstatus ermitteln, der einen Einfluß auf die Veränderungen im GBV-C-Infektionsstatus hatte.

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Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2001

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