Es wurde eine prospektive matched-pair-Studie mit Kindern der Jahrgänge 1982-1986 durchgeführt, die eine mittels Ultraschalldiagnostizierte perinatale Hirnblutung erlitten hatten. Von 39 reifgeborenen Kindern mit perinataler Hirnblutung hatten 28 eine Hirnblutung I.Grades, neun eine Blutung II. Grades, zwei eine Blutung III. Grades. Mit den zugehörigen 37 Kontrollkindern wurden sie im Alter von drei bissechs Jahren mit dem Kramer-Intelligenztest, dem Labyrinth-Test, dem Körperkoordinationstest für Kinder und einer neurologischenPrüfung (modifiziert nach B. C. L. Touwen) untersucht. Die statistische Auswertung der erhobenen Daten erwies die Aussagekraft fürApgarwerte der ersten und der fünften Minute bezüglich des Auftretens einer Hirnblutung; Hirnblutungen traten signifikant häufiger nachGestosen auf. Eine Hirnblutung beeinträchtigte bei reifgeborenen Kindern im weiteren Verlauf nur Feinmotorik und Koordination;Grobmotorik, Intelligenz und die Ergebnisse der neurologischen Nachuntersuchung wurden nicht beeinflußt. Die Ausdehnung einer Blutungkorrelierte mit abweichender Geburtslage, außerdem mit Frühgeburtlichkeit, Wachstumsretardierung und Mehrlingsschwangerschaft. NachHirnblutung werden oft Zeichen einer sogenannten 'minimal brain dysfunction' festgestellt, die bei Frühgeborenen meist stärker ausgeprägtsind. Schwerbehinderung und letaler Ausgang treten besonders bei extremer Frühgeburtlichkeit und bei hohem Blutungsgrad sowie nachkomplizierter Geburtslage oder pathologischem Cardiotokogramm auf; meist sind dann auch die Apgarwerte vermindert. Komplikationenwie Hydrocephalus, periventrikuläre Leukomalazie und Porenzephalie treten meist nach höhergradiger Blutung und bei Frühgeborenen auf.
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