An insgesamt 147 Wildschweinen wurden verschiedene Methoden der Altersbeurteilung überprüft und bei den 36 altersbekannten (markierten) Individuen mit dem tatsächlichen Lebensalter verglichen.
Bis zum Alter von zwei Jahren war für Tiere beiderlei Geschlechts eine verlässliche Altersermittlung anhand des Zahnwechsels möglich.
Das gesamte Untersuchungsmaterial wurde mit Hilfe der Zahnabrasion in Altersgruppen eingeteilt; bei den markierten Exemplaren konnte eine hohe Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Alter festgestellt werden.
Bei männlichen Wildschweinen erwies sich die Altersbestimmung nach dem BIEGER'schen Verfahren als ungeeignet, da die Individuen um bis zu sechs Jahre zu alt eingeordnet wurden.
Auch die Alterseinstufung männlicher Tiere mit Hilfe der BRANDT'schen Methode muß als unzureichend bezeichnet werden; es lagen Fehleinschätzungen zwischen -2 und +7 Jahren vor.
Erstmals wurde eine Alterszuordnung durch die prozentuale Verkleinerung des Pulpencavums im Verhältnis zur Gesamtzahnlänge an den Canini männlicher Wildschweine untersucht. Hierfür erfolgte die radiologische Darstellung und metrische Erfassung der altersbedingten Sekundärdentin-Bildung. Es zeigte sich zwar, daß mit ansteigendem Lebensalter eine allmähliche Abnahme der Pulpenkammer-Länge verbunden ist; dennoch lies sich keine altersabhängige Gesetzmäßigkeit aus den Ergebnissen ableiten.
Zusätzlich wurden weitere metrische Veränderungen an den Eckzähnen, insbesondere auch an der Schliff-Facette, als mögliche Altersparameter analysiert; sie eignen sich aber nicht für eine brauchbare Altersbestimmung.
Die Altersbeurteilung mittels des Zementzonenverfahrens wurde ebenfalls betrachtet. Es trat jedoch nur in knapp 20% der Fälle eine Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Lebensalter auf.
Auf das Vorkommen von parodontalen Erkrankungen wurde hingewiesen.
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