Orointestinale und humorale Candidabesiedelung bei herzgesunden, immunsupprimierten und endokarditisprophylaxepflichtigen Kindern

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Ziel der vorliegenden Studie war es, die Candida-Antigen- und Candida-Antikörperkonzentration sowie die Häufigkeit der Candidabesiedelung derMundhöhle und des Magen-Darmtraktes bei herzgesunden, immunsupprimiertenund/oder endokarditisprophylaxepflichtigen Kindern in Relation zum Kariesstatus zu eruieren. Die Genehmigung der Ethik-Kommission des FB-Medizin wurde am02.09.2004 erteilt. Es nahmen insgesamt 78 Kinder, 31 HTX- (GIII), 24 CHD- (GII) und 23herzgesunde Kinder (GI / Vergleichsgruppe), im Alter zwischen 2 und 16 Jahren mit Einverständnis der Eltern teil. Speichel-, Plaque-, Stuhl- und - wenn vorhandenauch kariös erweichte Zahnhartsubstanzproben wurden mittels Sabouraud- und CHROMTM-Agar und AUXACOLORTM2 Testsystem mikrobiologisch auf Keime derphysiologischen Mundflora, Streptococcus mutans, Laktobazillen und CandidaSpezies untersucht und weiterhin die Candida-Antigen/Antikörper - Quantität mittels PLATELIA® - Candida AG/AK-Test bestimmt. Der kariöse Gebissbefund wurdeanhand des DMF/dmf(T/t)-Index erfasst. Als Kariesgruppen wurden festgelegt:DMF/dmf(T/t)=0 (naturgesund); DMF/dmf(T/t) 7 1 (karieserfahren); D/d 7 1 (aktuelle Karies). Bei den diagnostizierten Candida Spezies gehörten von insgesamt 69 positivgetesteten Candida Proben 52 (75,4%) der Spezies C. albicans an. Weiter waren C.krusei, C. glabrata, C. lusitaniae, C. dubliniensis und C. parapsilosis vertreten. Zwischen den Patientengruppen bestand kein signifikanter Unterschied bei derHäufigkeit der Candidabesiedelung der Mundhöhle. Demgegenüber unterschiedsich die Candidabesiedelung der Stuhlproben mit p=0,027 signifikant, wobei Kinder in der GIII seltener Candida (9,7%) aufwiesen als in der GII (29,2%) und der GI (43,5%). Ferner belegen die Ergebnisse eine positive Korrelation (p<0,001) zwischen dem Auftreten einer Candidabesiedelung im Speichel und dem Kariesstatus der Zähne; selbiges wurde auch zwischen einer Candidabesiedelung der Plaque und demKariesstatus (p<0,001) gefunden. Die Häufigkeit für Candida nahm für die HTx-Kinder (GIII) in der Mundhöhle von 28,6% (naturgesund), über 66,7%(karieserfahren) auf 100% (aktuelle Karies) zu. Die Ergebnisse zeigen auch, dass eine positive Candida-Antigenkonzentration im Serum in 13% der Fälle für die Vergleichsgruppe, in 5,5% für die GII und in 16,1% für die HTx-Gruppe (GIII) bestand. Anders verhielt es sich bei der Candida- Antikörperkonzentration. Hier wiesen 13% der Kinder der Vergleichsgruppe und 16,7% der CHD-Gruppe eine positive Antikörperkonzentration auf, während in der HTx-Gruppe dies in keinem Fall nachgewiesen werden konnte. Letzteres ließ sich auf die noch unvermeidliche Immunsuppression bei den herztransplantierten Kindern zurückführen. Insgesamt lässt sich schließen, dass eine deszendierende Candidabesiedelung aus der Mundhöhle über den Gastrointestinaltrakt auch zu einer Candiahäufung imSerum führen kann. Insofern stellt die Vermeidung bzw. frühe Behandlung kariöserZähne eine wichtige Voraussetzung zur Prävention von Candidabesiedelungenjedweder Art im menschlichen Organismus dar. Dies gilt dann insbesondere fürherztransplantierte Kinder, da bei ihnen in Fällen von Candida-Antigen im Serum die Bildung der Antikörper unterbleibt und aufgrund der Immunsuppression die Gefahr besteht, dass die Diagnose einer invasiven Candidose erst zu spät gestellt oder nicht ausgeschlossen werden kann.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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