Radiojodkinetik bei Radiojodtherapie der Schilddrüse : Vergleich von Test und Therapie, Vergleich verschiedener Berechnungsmethoden, Restkörperdosis

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Die intrathyreoidale Jodkinetik kann anhand eines Zwei-Kompartment-Modells dargestellt werden. Es wurden verschiedene Parameter in Abhängigkeit zweier unterschiedlicher Patientenkollektive (Kollektiv A ohne zusätzliche Aktivitätsmessung und Kollektiv B mit zusätzlicher Aktivitätsmessung am Tag der Applikation) und unterschiedlicher Schilddrüsenerkrankungen untersucht. Zur Berechnung der Parameter wurde ein Fit-Programm verwendet. Die effektive Halbwertszeit t1/2 war allein von der Art der Schilddrüsenerkrankung abhängig. Die kürzeste effektive Halbwertszeit t1/2 zeigte in Kollektiv A der hyperthyreote Morbus Basedow (5 Tage). Der massenbezogene Schilddrüsenuptake Uptake/m, TcTU_m, war sowohl von der Art der Schilddrüsenerkrankung als auch vom Kollektiv abhängig. Die Werte von Kollektiv B lagen außer bei der Struma über den Werten von Kollektiv A. TcTU_m war in beiden Kollektiven für den Morbus Basedow am größten. Er lag in Kollektiv A beim hyperthyreoten und euthyreoten Morbus Basedow bei 2,1 %/g. In Kollektiv B lag TcTU_m beim hyperthyreoten Morbus Basedow bei 3,2 %/g und beim euthyreoten Morbus Basedow bei 3,3%/g. Die Parameter λ12/m und λ21/m, die den Transfer des Jod- 131 aus dem Restkörper in die Schilddrüse bzw. aus der Schilddrüse in den Restkörper beschreiben, zeigten ebenfalls für Kollektiv B höhere Werte als für Kollektiv A. Der Morbus Basedow lieferte für beide Parameter in Kollektiv A und B die höchsten Ergebnisse. Weiteres Ziel der Arbeit war es, die Unterschiede der effektiven Halbwertszeit t1/2 und des Schilddrüsenuptakes zwischen Radiojodtest und Therapie herauszustellen. Es wurden die Daten von 789 Patienten mit Morbus Basedow, Struma, disseminierter, multifokaler und unifokaler Autonomie verglichen, bei denen zuvor ein ambulanter Radiojodtest durchgeführt wurde. Die effektive Halbwertszeit t1/2 war bei allen Patienten im Test länger als während Therapie. Die kürzeste Halbwertszeit t1/2 wies im Test der Morbus Basedow auf (5,7 d) Die längste Halbwertszeit zeigte sich mit 7,2 Tagen bei der Struma.Der Schilddrüsenuptake zeigte sich für die multifokale Autonomie, die unifokale Autonomie und den Morbus Basedow in Test größer als während Therapie. Der geringere Uptake unter Therapie ist durch das Stunning der Schilddrüse zu erklären, das zum Teil durch den vorausgegangenen Radiojodtest und zum wahrscheinlich größeren Teil durch die frühzeitig einsetzende Wirkung der Therapie selbst zu erklären ist. Die größte Differenz zwischen Test und Therapie findet sich beim Morbus Basedow. Der Uptake beträgt für den Morbus Basedow im Test 59,6% und während Therapie 53,5%.Es wurden drei Modelle zur Berechnung der intratherapeutischen Radiojoddosis verglichen, um zu untersuchen, ob das Zwei-Kompartment-Modell bessere Ergebnisse liefert als die bisher verwendeten Modelle nach Marinelli und das Modell der stückweisen Integration. Es wurden für 893 Patienten mit Morbus Basedow, Struma, disseminierter, unifokaler und multifokaler Autonomie Dosisberechnungen mit jeweils allen drei Modellen durchgeführt. Die Berechnungen nach Marinelli lieferten die höchsten Dosiswerte, wobei diese sicher über der tatsächlich erreichten Dosis lagen. Die Berechnungen mit dem Modell der stückweisen Integration lieferten für alle Erkrankungen niedrigere Ergebnisse. Das Zwei-Kompartment-Modell lieferte im Durchschnitt nochmals etwas niedrigere Ergebnisse als das Modell nach Marinelli. Der Unterschied war jedoch nur minimal, so dass es in der Klinik auf Grund der einfacheren Durchführbarkeit sinnvoll ist, das Modell der stückweisen Integration zu verwenden.Mit dem Modell der stückweisen Integration wurde für Patienten mit disseminierter Autonomie eine Dosis von 219,4 Gy berechnet. Patienten mit einer Struma erhielten im Durchschnitt 201,1 Gy. Patienten mit Morbus Basedow erhielten eine Dosis von 327,5 Gy. Patienten mit unifokaler bzw. multifokaler Autonomie erhielten eine Dosis von 374,7 Gy bzw. 347,2 Gy.Weiteres Ziel der Arbeit war es, die entstehende Restkörperdosis zwischen malignen und benignen Schilddrüsenerkrankungen zu vergleichen und in Bezug zur applizierten Aktivität A0 zu betrachten. Es wurde die Restkörperdosis für 195 Patienten mit malignen Schilddrüsenerkrankungen und 926 Patienten mit benignen Schilddrüsenerkrankungen berechnet. Bei den malignen Erkrankungen wurden 77 Prozent (327,3 mGy) der Restkörperdosis durch das freie Jodid verursacht. Bei den benignen Erkrankungen wurde der größte Teil (53%; 56,0 mGy) durch die Schilddrüse selbst verursacht. Der Quotient aus Restkörperdosis RK und A0 lieferte für benigne Erkrankungen einen Wert von 0,12 mGy/MBq und für maligne Erkrankungen von 0,06 mGy/MBq. Durch das größere Schilddrüsenvolumen entsteht bei benignen Erkrankungen bei gleichem A0 also eine größere Restkörperdosis als bei malignen Erkrankungen.

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