Einfluss von Progesteron, Hyaluronsäure und Wachstumshormon auf den ziliären Transport und die Sekretion im bovinen Eileiter

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Die frühe embryo-maternale Kommunikation findet bereits im Eileiter statt und bildet eine essentielle Voraussetzung für eine erfolgreiche Trächtigkeit. Zur Analyse der beteiligten Signaltransduktionswege wurden bisher überwiegend Untersuchungen unter in vitro Bedingungen durchgeführt. Ziel dieser Arbeit war es daher, unter nahen in vivo Bedingungen den Einfluss von Progesteron (P), Hyaluronsäure (HA) und Wachstumshormon (GH) auf den ziliären Transport und die Sekretion im Eileiter am Modell des Rindes zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden ex vivo Organkulturen des Eileiters mit einem neu etablierten digitalen Videomikroskop untersucht. Dabei wurden mit Hilfe der Software StreamPix und Image-Pro Plus die Partikeltransportgeschwindigkeit (PTG) und die Zilienschlagfrequenz (ZSF) analysiert. Zur Ermittlung der ZSF wurde zusätzlich eine Fast Fourier Transformation durchgeführt. Zudem erfolgten histochemische und immunhistochemische Analysen. Während des Östrus beträgt die basale PTG in der Ampulla 234,7 ± 18,9 µm/s (n = 4) und die ZSF 17,8 ± 0,6 Hz (n = 10). HA bewirkt in der Ampulla nach 15 min. einen signifikanten Anstieg der ZSF um 25,9 % (n = 7) und könnte damit als natürlicher Bestandteil der Eileiterflüssigkeit und des COCs eine wichtige Rolle beim Oozyten-Pickup spielen sowie an dem physiologischen Anstieg der ZSF nach der Ovulation beteiligt sein, um den Flüssigkeitsstrom der viskösen Follikelflüssigkeit aufrecht zu erhalten. Zudem löst exogen zugefügte HA im Metöstrus einen signifikanten Anstieg (n =6) der Synthese von sauren Mukopolysacchariden in den sekretorischen Zellen der Ampulla aus und trägt damit zu einer erfolgreichen Gametogenese sowie Fertilisation bei. Progesteron senkt die ZSF in der Ampulla signifikant um 21,6 % (n = 6). Eine Begründung dafür könnte die untergeordnete Rolle der ziliären Aktivität im P dominierenden Diöstrus darstellen, da in diesem Zyklusabschnitt kein Transport der Eizelle bzw. des Embryos stattfindet. Dies spiegelt sich auch in der signifikant reduzierten Synthese von sauren Mukopolysacchariden wider (n = 7), da auch eine nutritive Versorgung im Diöstrus nicht erforderlich ist. In der frühen Trächtigkeit ist die Bereitstellung von Nährstoffen hingegen von großer Bedeutung, wodurch sich die starke Sekretion von Glykoproteinen über ausgeschleuste Vesikel in der Ampulla begründet. Die Expression des PRs ist 1,5 Tage, nachdem der Embryo die Ampulla verlassen hat, ipsilateral signifikant geringer (64.1 %) als kontralateral (n = 4), was auf einen lokalen Wirkungsmechanismus des Embryos hinweist. Im Uterus wird der PR bei der Ankunft des Embryos ipsi- als auch kontralateral stark exprimiert. Mit Hilfe dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass die ziliäre Aktivität im bovinen Eileiter sowohl endokrin (P) als auch parakrin (HA) über lokale Signale reguliert wird. Durch die gewonnenen Erkenntnisse wird zu einem besseren Verständnis der kausalen Zusammenhänge bei Sub- und Infertilitäten bezüglich eines gestörten Gameten- bzw. Embryotransportes beigetragen.

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