Biochemische Untersuchungen an Seminalplasma von Rüden unter Berücksichtigung der Fertilitätsparameter

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Die Ejakulatuntersuchung ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der assistierten Reproduktionsmedizin beim Haushund und wird insbesondere zur Überprüfung der Fertilität in Betracht gezogen. Diverse Forschungsarbeiten konnten belegen, dass die biochemische Zusammensetzung des Seminalplasmas einen entscheidenden Einfluss auf die Fertilität besitzt. Dennoch wird diese Komponente des Ejakulats im Rahmen einer Fertilitätskontrolle kaum beachtet. In der Literatur gibt es nur einzelne Hinweise über die Enzymaktivitäten und Konzentrationen an Mengen- und Spurenelementen im caninen Seminalplasma bei Normo- oder Pathospermie.Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, die Aktivitäten der verschiedenen Enzyme und Konzentrationen an Mengen- und Spurenelemente in den einzelnen drei Ejakulatfraktionen des Seminalplasmas zu bestimmen. Des Weiteren sollte untersucht werden, inwieweit sich signifikante Unterschiede in Ejakulaten mit Normo- oder Pathospermie ergeben. Hierzu standen insgesamt Ejakulate von 50 Rüden unterschiedlicher Rassen mit einem Lebensalter von ein bis zehn Jahren zur Verfügung. Aufgrund der Ejakulatbeschaffenheit wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Gruppe Normospermie bestand aus 20 Tieren, in der Gruppe Pathospermie befanden sich 30 Tiere. Da die Gewinnung der Proben über einen längeren Zeitraum erfolgte, wurde das Seminalplasma bei einer Temperatur von -20 °C tiefgefroren. So war es ein weiteres Ziel der eigenen Studie, die Auswirkungen des Tiefgefrierprozesses auf die Enzymaktivitäten im caninen Seminalplasma zu überprüfen. Dazu standen insgesamt Proben von 16 Rüden zur Verfügung, die jeweils am 0., 1., 7. und 30. Tag getrennt nach den einzelnen drei Ejakulatfraktionen ausgewertet wurden, wobei die Probe von Tag 0 nicht eingefroren wurde.Die Gewinnung der Proben erfolgte mittels manueller Stimulation. Im Anschluss wurde eine grobsinnliche Prüfung des Ejakulates durchgeführt und das Seminalplasma durch Zentrifugation des Samens gewonnen.In Bezug auf die biochemische Zusammensetzung des Seminalplasmas wurden die Enzymaktivitäten der Alkalischen Phosphatase, Sauren Phosphatase, nicht-prostataspezifischen Sauren Phosphatase, Aspartat-Amino-Transferase, Gamma-Glutamyl-Transferase und Laktatdehydrogenase sowie die Konzentrationen der Mengenelemente Natrium, Kalium, Calcium (gesamt), Magnesium und anorganisches Phosphat sowie die Spurenelemente Zink (gesamt), Kupfer (gesamt) und Eisen (gesamt) ermittelt.Die photometrische Bestimmung von Magnesium, anorganischem Phosphat, Kupfer, Zink und Eisen sowie die Bestimmung der Enzymaktivitäten erfolgte mittels Spektralphotometrie. Mittels Flammenphotometrie wurden die Mengenelemente Natrium, Kalium und Calcium bestimmt.Die Ergebnisse der Enzymaktivitäten zeigen im Vorversuch statistisch signifikante Unterschiede zwischen dem Tag 0 und dem Tag 30. Jedoch dokumentierten sämtliche Enzyme an Tag 0 verglichen mit Tag 1 nur minimale Verringerungen in der Aktivität. So lässt der vorliegende Versuch darauf schließen, dass die Methode des Einfrier- und Auftauprozesses bei der Interpretation der Ergebnisse des Hauptversuches berücksichtigt werden muss, allerdings die Beeinflussung nur geringgradige Auswirkungen auf die Ergebnisse besitzt.Folgende relevanten Ergebnisse konnten im Hauptversuch erhoben werden: Die Alkalische Phosphatase, Aspartat-Amino-Transferase, Gamma-Glutamyl-Transferase und Laktatdehydrogenase zeigten in der 2. Fraktion die höchsten Aktivitäten. Die Saure Phosphatase und die nicht-prostataspezifische Saure Phosphatase wiesen in den Fraktionen 2 und 3 vergleichbare Aktivitäten auf. Das Mengenelement Natrium zeigte in der zweiten Fraktion die niedrigste Aktivität Die Konzentrationen von Kalium, Calcium und Kupfer waren in der 2. und 3. Fraktion vergleichbar. Die Magnesiumkonzentration war in der 3. Fraktion am höchsten. Die Phosphatkonzentrationen zeigten im Vergleich der drei Ejakulatfraktionen höhere Werte in der 2. Fraktion. Im Gruppenvergleich Normo- und Pathospermie konnten statistisch signifikante Unterschiede (p = 0,036) in der 1. Fraktion bezüglich der Gesamtcalciumkonzentrationen dokumentiert werden. Die Gruppe Pathospermie verzeichnete niedrigere Konzentrationen. Im Gruppenvergleich Normo- und Pathospermie konnten statistisch signifikante Unterschiede der Kupferkonzentrationen in der 2. Fraktion (p = 0,001) und in der 3. Fraktion (p = 0,027) dokumentiert werden. Die Gruppe Pathospermie verzeichnete höhere Konzentrationen. Im Gruppenvergleich Normo- und Pathospermie konnten statistisch signifikante Unterschiede der Enzymaktivität der Alkalischen Phosphatase (p = 0,045) in der 3. Fraktion dokumentiert werden. Die Gruppe Pathospermie verzeichnete niedrigere Aktivitäten. Im Gruppenvergleich Normo- und Pathospermie konnten in der 3. Fraktion statistisch signifikante Unterschiede (p = 0,002) in der Kaliumkonzentrationen dokumentiert werden. Die Gruppe Pathospermie wies niedrigere Werte auf.Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen differierende Aktivitäten und Konzentrationen der Enzyme und Mengen- und Spurenelemente in den einzelnen drei Fraktionen. So kann auf eine unterschiedliche Beteiligung der Genitalorgane an der Freisetzung der untersuchten Parameter geschlossen werden. Ob es rassespezifische und altersspezifische Unterschiede in der Zusammensetzung des caninen Seminalplasmas gibt, sollte Ziel zukünftiger Untersuchungen sein.Des Weiteren konnten die vorliegenden Ergebnisse signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen Normo- und Pathospermie hinsichtlich der Konzentrationen von Kupfer, Kalium, Calcium und der Aktivitäten der Alkalischen Phosphatase dokumentieren.So können Abweichungen der biochemischen Zusammensetzung des Seminalplasmas im Zusammenhang mit Störungen oder Erkrankungen der akzessorischen Geschlechtsdrüsen und damit ursächlich zu Beeinträchtigungen der Fertilität im Zusammenhang stehen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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