Die Expression von MUC 1 in Keimzellen der normalen und gestörten Spermatogenese
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Zusammenfassung
In dieser Arbeit haben wir die Expression von MUC 1 in menschlichem Hodengewebe mit speziellem Augenmerk auf die Keimzellen der normalen und gestörten Spermatogenese untersucht. Untersucht wurden 65 Hodengewebeproben von 63 Patienten (durchschnittliches Alter 34 J., Altersspanne 20-72 J.), die in den Jahren zwischen 1996 - 1999 archiviert worden waren. Das Material bestand aus 27 Fällen einer mehr oder weniger normalen Spermatogenese sowie 36 Fällen unterschiedlicher Spermatogenesestörungen. Zur immunhistologischen Erfassung von MUC 1 in Keimzellen kamen drei mAK, HMFG 1, HMFG 2 und SM 3 zum Einsatz, die jeweils unterschiedliche Glykosylierungsformen detektieren. Die Expression von MUC 1 wurde durch RT-PCR und Western blot Analysen an menschlichem Hodengewebe bestätigt. Die Untersuchungen zeigten, dass HMFG 1 und HMFG 2, die in Abhängigkeit von der Glykosylierung sehr ähnliche Epitope von MUC 1 erkennen, mit unterschiedlichen Entwicklungsstufen der Keimzellen reagieren. Die stark glykosylierte HMFG 1-Variante von MUC 1 wurde in pachytänen Spermatozyten und elongierten Spermatiden gefunden. Hierbei zeigte sich im Gegensatz zu der schwachen Expression in der normalen Spermatogenese eine deutliche Akkumulation in atypischen oder reifungsarretierten Spermatozyten. Die HMFG 2-Variante trat dagegen lediglich in Spermatiden auf. Niedrig glykosylierte Formen von MUC 1, detektiert durch SM 3 wurden nicht gesehen. Die Ergebnisse zeigen, dass MUC 1 eine Rolle in der Keimzelldifferenzierung spielt und sich die HMFG 1-Glykosylierungsvariante von MUC 1 als hervorragender Marker für Spermatogenesearreste eignet. Welche Aufgaben MUC 1 allerdings im Rahmen der Spermatogenese zukommen, ist noch nicht geklärt. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Akkumulation von anti-adhäsiv wirkenden MUC 1-Varianten in atypischen und reifungsarretierten Keimzellen zu ihrer erleichterten Ausstoßung aus dem Sertoli-Zellverband führt. Diese programmierte Freisetzung könnte somit einem Schutzmechanismus sowohl im Falle der normalen als auch gestörten Spermatogenese dienen. MUC 1 könnte so einen exakten zeitlichen Ablauf der Keimzellreifung garantieren und das Keimepithel vor Meiosedefekten und dem Verbleib abnorm differenzierter Keimzellen schützen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Molecular human reproduction, 7 ( 2001) 6, S. 505-512
