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Genpolymorphismen und 24 Stunden-Blutdruckprofile im Zeitverlauf bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-13453

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Ein wesentlicher Bestandteil der erhöhten kardiovaskulären Morbidität von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 (D.m.1) ist die arterielle Hypertonie. Für die Ätiopathogenese und den Verlauf der arteriellen Hypertension wird der Einfluß genetischer Variationen zunehmend erkannt.In dieser Studie wurden im Zeitraum von 2 Jahren zu 2 Zeitpunkten (Zp.) ambulante 24 h-Blutdruckprofile (Spacelabs ABPM) bei 95 Patienten mit D.m. 1 (Geschlecht: 50 m., 45 w.; Alter (im Median):12 (Zp.1), 14 (Zp.2); mittleres HbA1c (Med): 7.3% (Zp.1), 7.6% (Zp.2); Diabetesdauer (Med): 47 Monate (Zp.1), 60 Monate (Zp.2)) durchgeführt. Die Blutdruck-Entwicklung wurde mit genomischen Polymorphismen der folgenden Proteine, die in die Blutdruckregulation eigebunden sind, verglichen: Angiotensin-Converting Enzym (ACE): Insertion/Deletion (I/D); Angiotensinogen (AGT): 235 M->T; Angiotensin II Rezeptor 1 (ATR1): 1166 A->C; Aldosteron-Synthetase (Aldo-S): 344 C->T; Endothelin 1 (End1): Guanin/Thymin (G/T). Die 24 h-Blutdruckprofile wurden qualitativ und quantitativ durch Berechnung des Standardabweichungswertes (SDS) analysiert.Die Genotypen und Allele der einzelnen Polymorphismen lagen im Hardy-Weinberg-Gleichgewicht vor und zeigten, mit Ausnahme von ACE, hinsichtlich ihrer Verteilung keine relevanten Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe (n=300) und der der D.m. 1-Patienten. Der Blutdruck (BP) stieg zwischen den beiden Messzeitpunkten an (angegeben sind die Prozentzahlen der oberhalb der 95. Perzentile liegenden Werte): Systolischer BP (SBP) Tag: 15.79 % (Zp.1), 20 % (Zp.2); SBP Nacht: 20 % (Zp.1), 34.74 % (Zp.2); Diastolischer BP (DBP) Tag: 5.26 % (Zp.1), 7.37 % (Zp.2); DBP Nacht: 18.95 % (Zp.1), 26.32 % (Zp.2); Systolisches Dipping (sys. Dip.): 47.37 % (Zp.1), 37.89 % (Zp.2); Diastolisches (dia.) Dip: 44.21 % (Zp.1), 46.32 % (Zp.2). Die ACE-Genotypen differierten in der quanitativen Analyse beim SBP in der Nacht (Differenz SDS: I/I<D/I<D/D) und beim sys. Dip. (Diff. SDS: I/I>D/I>D/D), was eine Verschlechterung beim Risiko-Genotyp anzeigte. Der AGT-Genotyp variierte ebenfalls beim SBP nachts (Diff. SDS: T/T>M/T>M/M) und beim sys. Dip. (Diff. SDS: T/T<M/T<M/M) und zeigte so eine Verbesserung abhängig vom Risiko-Allel an. Die Aldo-Genotypen differierten beim sys. Dip. (Diff SDS: C/C<C/T<T/T) und zeigten so eine für den Risiko-Genotyp positive Entwickung. Die Genotypen von End1 variierten bezüglich des SBP am Tag (G/G<G/T<T/T) und belegten so eine Verschlechterung des SBP bei den Trägern des Risiko-Allels. In der logistischen Regressionsanalyse bestanden Assoziationen zwischen dem AGT-Genotyp und sys. Dip., dem DBP nachts und den End1-Genotypen, sowie des Aldo-S-Genotypen und dem dia. Dip.. Sie alle belegten positive Entwicklungstendenzen für den jeweiligen Risiko-Genotyp. Geschlecht, Alter, Diabetesdauer, HbA1c und BMI zeigten keine Assoziation zu diesen Variablen.Diese Ergebnisse belegen, dass einige Polymorphismen des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems und des Endothelin-Systems bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu anamnestischen und metabolischen Faktoren einen prädiktiven Charakter für die Entwicklung und den Verlauf eines hypertensiven Blutdruckverhaltens besitzen und Ansätze für eine präventive Therapie bieten könnten. Jedoch sollten diese Erkenntnisse in größer angelegten multizentrischen Studien weiter untersucht und evaluiert werden.

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