Anatomisch-histologische Variationen des Labrum glenoidale bei erwachsenen Hunden verschiedener Rassen im Vergleich zum jungen Beagle unter besonderer Berücksichtigung des Kollagenfaserverlaufs

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Einleitung: Während das Labrum glenoidale und sein struktureller Aufbau in zahlreichen humanmedizinischen Studien umfassend beschrieben worden ist, findet das canine Labrum in der veterinärmedizinischen Literatur nur unzureichend Aufmerksamkeit.Untersuchungen der Zusammenhänge zwischen Schulterlahmheiten traumatischer Genese und Schulterinstabilitäten im Hinblick auf Labrumläsionen finden sich im Gegensatz zur humanmedizinischen Literatur in der veterinärmedizinischen Literatur nur selten. Altersvergleichende Darstellungen der Gelenklippe fehlen gänzlich.Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, die Zusammensetzung und den strukturellen Aufbau der Schultergelenklippe bei erwachsenen Hunden sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch zu beschreiben, um mögliche Variationen zu den anatomischen Verhältnissen beim jungen Beagle (Ruchay, 2008) aufzuzeigen und somit die Interpretation der klinisch und mit Hilfe bildgebenderVerfahren gewonnenen Ergebnisse zu erleichtern.Material und Methode: Untersucht wurden 20 Schultergelenke von Hunden in einem Alter von acht bis sechzehn Jahren (SD 2,68) mit einem Gewicht von sechs bis neunundfünzig Kilogramm (SD 15,63), die entweder verstorben waren oder aufgrund von unterschiedlichen Krankheitsursachen euthanasiert werden mussten.Nach der Aufteilung des formalinfixierten und entkalkten Glenoids in 7 Segmente, welche sich in ihrer Ausrichtung an der kranial ausgerichteten Bizepssehne orientierten, wurden histologische sowie immunhistologische Färbungen der paraffin-eingebetteten Schnittpräparate angefertigt. Dabei wurdendie verschiedenen Labrumanteile auf das Vorhandensein von Kollagen I, II und III untersucht. Darüberhinaus wurde die Vaskularisation der Gelenklippe und der umgebenden Strukturen mittels tissue-Transglutaminase-Aktivität der Endothelzellen dargestellt.Ergebnisse: Makroskopisch ist das Labrum glenoidale bei erwachsenen Hunden wenig markant. Als eigenständige Struktur ist es lediglich kaudolateral als schmaler derber Saum zu identifizieren. In den anderen Bereichen rund um das Glenoid besteht eine enge Anheftung an umgebende Strukturen, sokranial an die Bizepssehne, kraniolateral an das laterale Glonohumeralband und medial an das mediale Glenohumeralband.Histologisch konnte gezeigt werden, dass medial eine meniskoide Falte in den Gelenkspalt ragt. Ebenfalls auffällig ist medial ein bei allen Präparaten nachweisbarer Recessus zwischen Labrum und Kapsel. Eine enge Anbindung an die Gelenkkapsel besteht in den kaudalen Segmenten IV bis VI.Entgegen der bisherigen Literaturangaben konnte auch bei erwachsenen Hunden festgestellt werden, dass das Labrum glenoidale neben einer faserknorpeligen Verankerungszone noch eine zirkuläre Zone besitzt, wenngleich die Ausprägung zum Teil vom Erscheinungsbild der jungen Hunde (Ruchay, 2008) abweicht.Im kranialen Segment wird das Labrum wie beim jungen Beagle (Ruchay, 2008) von der Verankerungszone dominiert, lediglich in 5 von 18 ausgewerteten Präparaten kommt daneben noch ein zirkulärer Faserzug vor. Zusätzlich lässt sich noch eine dritte Struktur, die sich ähnlich einer meniskoiden Falte darstellt, nachweisen. Diese Verschiebeschicht überragt jedoch hier in den meistenFällen nicht die Knorpeldeckschicht.Während im kraniomedialen Segment II wie beim jungen Beagle (Ruchay, 2008) überwiegend beide Labrumanteile zu finden sind, kommt im medialen Segment III in 7 der 20 ausgewerteten Präparate neben einem zirkulären Faserzug noch eine Verankerungszone vor. Zusätzlich wird zwischen Labrum und Gelenkkapsel ein Recessus nachgewiesen, der mit einer synovialen Deckschicht ausgekleidet ist.In Segment IV dominiert wie bei den jungen Beaglen (Ruchay, 2008) die Zirkulärzone, lediglich in 5 von 19 ausgewerteten Präparaten kommt zusätzlich eine Verankerungszone vor.Segment V präsentiert sich mit einem zirkulären Faserzug, lediglich in 3 von 19 Präparaten lässt sich zusätzlich eine Verankerungszone nachweisen. Dabei handelt es sich um Hunde mit einem Körpergewicht zwischen 44 und 59 kg. Segment VI besitzt im Gegensatz zu der Studie an jungen Beaglen (Ruchay, 2008), in der die Verankerungszone und der zirkuläre Faserzug dargestellt werden,nur in etwa der Hälfte der Präparate beide Zonen, ansonsten sind nur zirkuläre Fasern nachzuweisen. Eine Alters-oder Gewichtskorrelation ist dabei nicht festzustellen. Segment VII präsentiert sich ähnlich zur Beaglegruppe (Ruchay, 2008) mit einer solitären Verankerungszone.Folgerung: Die Ergebnisse machen deutlich, dass der strukturelle Aufbau des Labrums in der vorliegenden Arbeit bei den älteren Hunden eine große Ähnlichkeit zu den jungen Beaglen aufweist, dass aber im Ausmaß der einzelnen Labrumanteile Unterschiede bestehen.Die von Ruchay (2008) angegebene Inkongruenz des Schultergelenks (1:2,5) kann in der vorliegenden Arbeit bestätigt werden (1:2,6).Insgesamt kann festgehalten werden, dass dem Labrum glenoidale des Hundes weniger eine gelenkflächenvergrößernde bzw.- vertiefende Funktion als vielmehr eine herausragende Bedeutung in der Anheftung des umgebenden Kapsel-Bandapparates zukommt.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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