Einfluss des prophylaktischen Einsatzes des Kalzium-Sensitizers Levosimendan auf die Ergebnisse von Hochrisiko-Patienten bei herzchirurgischen Eingriffen
Die Behandlung multimorbider Patienten mit hochgradig eingeschränkter kardialer Funktion wird in der Herzchirurgie immer häufiger. Damit einhergehend kommt es zu einem Anstieg sowohl des perioperativen Risikos als auch der postoperativen Mortalität. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurden verschiedene prophylaktische Verfahren etabliert:Hierzu zählt auch die Gabe des Calzium-Sensitizers Levosimendan, der eine positiv- inotrope Wirkung hat, ohne den kardialen Sauerstoffbedarf zu erhöhen. In vielen vorangegangenen Studien konnte ein positiver Effekt dieser Substanz bereits belegt werden. In der vorliegenden retrospektiven Analyse wurden die Auswirkungen von LS an n=84 Patienten (LS-Gruppe) mit einer präoperativ hochgradig eingeschränkten Herzfunktion im Vergleich mit n=204 Patienten (Kontrollgruppe), die zu keiner Zeit LS erhielten, dokumentiert und analysiert. Mittels der Erstellung eines multivariaten Regressionsmodells wurden zusätzlich die präoperativen Faktoren ermittelt, die einen signifikanten Einfluss auf das postoperative 30-Tage-Überleben haben. Insgesamt unterschieden sich beide Studiengruppen hinsichtlich des einzigen objektivierbaren einflussnehmenden Parameters EuroSCORE II-Wert nicht signifikant. In Bezug auf die definierten primären und sekundären Endpunkte zeigte sich eine höhere Rate an Vorhofflimmern innerhalb 24 h post-OP (p<0,0001) in der LS-Gruppe, sowie ein längerer Adrenalin-Bedarf (p=0,0327) und postoperativ erhöhte CKMB- (p= 0,0057) und Laktatwerte (p=0,0115). Bezüglich der postoperativen Mortalität bestanden keine signifikanten Unterschiede, insbesondere im Langzeit-Follow-Up bis zu 5 Jahre post-OP zeigte sich eine vergleichbar hohe Mortalitätsrate in beiden Gruppen. Damit unterscheiden sich die Ergebnisse dieser Arbeit von der aktuellen Studienlage. Es ist jedoch zu diskutieren, inwieweit die signifikant unterschiedlichen präoperativen Risikofaktoren, die nicht individuell im Regressionsmodell aufgeführt sind, Einfluss auf das postoperative Outcome nehmen, da die LS-Gruppe im klinischen Setting einer höheren Risikogruppe zugeteilt werden würde und dennoch vergleichbar gute postoperative Ergebnisse verzeichnen konnte.
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