Untersuchungen zum Nachweis von Macrorhabdus ornithogaster bei Vögeln der Ordnungen Galliformes, Psittaciformes, Passeriformes, Anseriformes und Columbiformes sowie Versuche zur Anzüchtung des Erregers der Macrorhabdiose in vitro

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Zunächst wird eine Übersicht zur Methodik des Nachweises von Macrorhabdus ornithogaster (vormals als "Megabakterium" bezeichnet), zu Erregereigenschaften "und zum Wirtsspektrum gegeben. Die eigenen Untersuchungen befassen sich mit Nachweisen von Macrorhabdus ornithogaster in verschiedenen Vogelordnungen, stellen Bezüge her zwischen einem Befall mit dem Erreger und der klinischen Symptomatik, dem Alter, dem Geschlecht, dem Ernährungszustand, den makroskopischen Befunden, weiteren mikrobiologischen, parasitologischen und histologischen Befunden der betroffenen Tiere und gibt Auskunft über die Monate, in denen die infizierten Tiere verendet sind. Außerdem wird eine morphologische Beschreibung des Erregers geliefert und es werden die unterschiedlichen Ergebnisse von vergleichenden Längenmessungen von Macrorhabdus ornithogaster bei verschiedenen Vögeln aufgeführt, bei denen signifikante Längenunterschiede zwischen den Erregern unterschiedlicher Vogelgruppen deutlich gemacht werden. Diese Untersuchungen basieren auf Abklatschpräparaten der Drüsenmagenschleimhaut, der Muskelmagenschleimhaut, der Rachenschleimhaut, der Caecaltonsillen, der Kloakenschleimhaut, der Kropfschleimhaut und der Bursa Fabricii (jeweils sofern vorhanden) von Vögeln, die zur Feststellung der Todesursache eingeschickt bzw. abgegeben wurden. Der mikroskopische Nachweis von Macrorhabdus ornithogaster erfolgte mit der Färbung nach Giemsa und in einigen Fällen histologisch (H& E, PAS Färbung). Folgende morphologische und tinktorische Eigenschaften dienen zur Identifizierung von Macrorhabdus ornithogaster: Eine relativ beachtliche Länge von 11µm bis 90µm, eine deutlich erkennbare Aufhellungszone um den Erreger, ein gerades Wachstum, dass in einigen Fällen Auftreibungen im Polbereich aufweist, eine deutliche Anfärbbarkeit nach Giemsa. Es gelang der Nachweis von Macrorhabdus ornithogaster erstmals bei 2 Tauben. Weitere Nachweise gelangen bei 21 von 495 untersuchten Vögeln der Ordnung Galliformes, bei 28 von 177 untersuchten Vögeln der Ordnung Psittaciformes, bei 15 (alle aus der Familie Carduelidae stammend) von 124 untersuchten Vögeln der Ordnung Passeriformes und bei 5 von 57 untersuchten Vögeln der Ordnung Anseriformes. Eine signifikante Korrelation zwischen einzelnen Symptomen und dem Befallsgrad besteht nur bei wenigen Vögeln. Ordnungsübergreifend kann ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Befallsgrad und einer vermehrten Schleimbildung im Drüsenmagen, Rötungen bzw. Petechien der Drüsenmagenschleimhaut, Dilatationen bzw. Verdickungen des Drüsenmagens und zwischen einem auffällig dunklen Darminhalt festgestellt werden. Mittlere Längenmessungen liegen bei fast allen Vögeln zwischen ca. 26 µm und 45 µm, lediglich Nymphensittiche haben Erreger mit deutlich kürzeren Längen, im Mittel 21 µm. Hinsichtlich Alter und Geschlecht der betroffenen Tiere ist kein signifikanter Zusammenhang zum Befallsgrad zu erkennen. Ebenso ist hinsichtlich der Jahreszeit des Todes und dem Befallsgrad kein Zusammenhang feststellbar. Eine Ausnahme bilden hier die Vögel der Ordnung Galliformes, die eine schwache signifikante Häufung der Todesfälle in den Herbst- und Wintermonaten aufweisen. Deutlich hingegen ist der signifikante Zusammenhang zwischen dem Ernährungszustand und dem Befallsgrad mit Macrorhabdus ornithogaster bei den Ordnungen Galliformes, Psittaciformes und Passeriformes. Das durchschnittliche Körpergewicht erregerfreier Wellensittiche beträgt 38,3 Gramm, dass von infizierten Wellensittichen beträgt 33,4 Gramm. Erregerfreie Kanarienvögel wiegen im Durchschnitt 19,6 Gramm, infizierte aber nur 15,7 Gramm. Diagnostisch bedeutsam ist, dass lediglich ein geringer Teil der Macrorhabdus ornithogaster-positiven Vögel (8 Tiere von 63 untersuchten) auch histologisch nach HE- und PAS-Färbung als positiv erkannt werden können. Macrorhabdus ornithogaster wird als ein fakultativ pathogener Erreger angesehen, wobei die Wellensittiche und die Vögel der Familie Carduelidae eine Ausnahme bilden könnten. Es ist nicht gelungen, Macrorhabdus ornithogaster in verschiedenen festen und flüssigen synthetischen Medien anzuzüchten und zu vermehren.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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