Ziel: Ziel dieser Studie war es, die Übereinstimmung der drei Ultraschallmessmethoden PW-Doppler, PW-Gewebedoppler (PW-TDI) und farbcodierter Gewebedoppler (C-TDI) in Bezug auf die AV-Überleitungszeit AV-ÜLZ sowie die Zyklusintervalle isovolumetrische Kontraktionszeit ICT, Ejektionszeit ET und isovolumetrische Relaxationszeit IRT zu überprüfen. Zusätzlich sollte die Frage beantwortet werden, ob sich die AV-Überleitungszeit mit zunehmendem Gestationsalter verändert. Des Weiteren sollte eine Testgruppe zeigen, ob immunologische Erkrankungen oder Arrhythmien zu verlängerten AV-Überleitungszeiten führen.Methoden: Bei 59 herzgesunden Feten zwischen der 19. und 37. SSW wurden die Velocity-Kurven und die TDI-Rohdaten-Loops im apikalen oder basalen Vierkammerblick aufgezeichnet (Toshiba Aplio XG und Toshiba Artida). Weiterhin wurden neun Patientinnen mit vorbestehenden Erkrankungen, bei welchen ein Zusammenhang zur Entstehung eines AV-Block ersten Grades beim Ungeborenen vermutet wird, untersucht. Es wurden die AV-ÜLZ sowie die ICT, ET und IRT mittels PW-Doppler linksventrikulär, PW-TDI biventrikulär sowie mittels C-TDI ebenfalls biventrikulär bestimmt. Die AV-Intervalle wurden von Beginn der A-Welle bis zum Beginn der ICT (Aa-IV) und bis zum Beginn der ventrikulären Systole (Aa-Sa) gemessen (Nii et al. 2006a).Ergebnisse: Es konnte statistisch nur eine sehr geringe Übereinstimmung der Methoden untereinander nachgewiesen werden. Im C-TDI zeigte sich eine stark positive Korrelation zwischen dem Schwangerschaftsalter und der AV-Überleitungszeit. Im PW-TDI rechtsventrikulär konnte eine signifikante Verlängerung für das AV-Intervall Aa-IV der Testgruppe im Vergleich zum Normalkollektiv gezeigt werden. In allen anderen Verfahren ergaben sich keine signifikant veränderten Überleitungszeiten.Diskussion: Da nur eine sehr geringe statistische Übereinstimmung innerhalb der Methoden bezüglich der gemessenen Zeitintervalle belegt werden konnte, sind weitere Tests auf Unterschiedlichkeit durchzuführen sowie ein Goldstandard und standardisierte Referenzwerte ist zu ermitteln, um Aussagen zur Güte der einzelnen Methoden treffen zu können. Da allein im C-TDI eine Zunahme der AV-Überleitungszeit in Laufe der Schwangerschaft aufgezeigt wurde, bleibt zu diskutieren, ob die Zeitintervalle mit dem farbcodierten Gewebedoppler exakter als mit anderen Methoden zu messen sind. Eine Verlängerung der AV-ÜLZ im Laufe der Schwangerschaft ist am ehesten auf die abnehmende Herzfrequenz zurückzuführen. Um zu zeigen, dass immunologische Erkrankungen zu veränderten Überleitungszeiten führen, sollte das Patientenkollektiv bei zukünftigen Studien größer gewählt werden.
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