Durch die Entwicklung multifokaler Implantate in der Katarakt- und refrativen Chirurgie ist es möglich geworden, eine weitgehende Brillenunabhängigkeit in Ferne und Nähe zu erreichen. Ziel der vorliegenden Studie war es, an einem Kollektiv von 20 Patienten die Kombination von diffraktivem und refraktivem Linsensystem zu validieren. In das ferndominante Auge wurde die refraktive multifokale IOL ReZoom, in das kontralaterale Auge die diffraktive multifokale IOL TecnisZM900 implantiert. Die Hypothese war, dass die Kombination einer multifokalen IOL mit guten Eigenschaften in der Ferne mit einer multifokalen IOL mit guten Eigenschaften in der Nähe, den Patienten unabhängiger von der Brille als die Verwendung ein und desselben multifokalen IOL-Typs in beiden Augen macht. Alle 20 Patienten schlossen die Studie ab, 15 standen zur Nachbeobachtung nach 52 Wochen zur Verfügung. Beim sphärischen Anteil lagen in der postoperativen Untersuchung nach 3 Monaten 8 Augen (20%) zwischen 0 and 1,0 dpt, 20 Augen (50%) bei 0,0 dpt, 11 Augen (27.5%) zwischen 0 und 1,0 dpt und 1 Auge (2.5%) bei 1,0 dpt. Bei 17 Patienten (85%) lag der unkorrigierte Fernvisus bei 0,8 oder besser, nach der besten Fernkorrektur erreichten alle Patienten einen Fernvisus von mindestens 0,8. Der schlechteste unkorrigierte Fernvisus lag bei 0,63, der beste bei 1,0. Die Lesegeschwindigkeit lag unkorrigiert in allen untersuchten Leseabständen bei allen Patienten im Mittel zwischen 133 und 166 Wörtern/Minute. Alle Patienten, die für die Nachevaluation nach 1 Jahr zur Verfügung standen, gaben an, sich wieder für die Kombination der Linsentypen zu entscheiden. Eine Brillenunabhängigkeit wurde bei 84% der Patienten erreicht. Photische Phänomene in milder Form wurden von 47% der Patienten wahrgenommen. 53% der Patienten hatten keine störenden Lichtringe. Blendphänomene gaben 40% der Patienten in moderater Form an. 60% haben keine Blendung wahrgenommen.Die Kombination der eingesetzten Linsen ergab eine sehr gute Sehschärfe in der Ferne, wobei die ReZoom-Sehschärfe für den mittleren Bereich wie auch die gute TecnisZM900-Sehschärfe für die Nähe erhalten bleiben. Durch die guten visuellen Ergebnisse wird eine hohe Brillenunabhängigkeit erreicht und damit einhergehend eine hohe Patientenzufriedenheit. Neben der subjektiven Patientenzufriedenheit, die in dieser Studie erfasst wurde, unterstützen die Ergebnisse zur Lesegeschwindigkeit, durch die die Leistungsfähigkeit in Alltagssituationen simuliert wird, diese Annahme. Allerdings eignet sich das Prinzip nicht für jeden Patienten, und eine kritische Patientenauswahl ist erforderlich. Wesentliche okuläre Pathologien sollten ausgeschlossen sein, daneben sollten die Patienten auf eine gewisse Reduktion des Bildkontrasts und photische Phänomene vorbereitet werden.
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