Ursachen und Techniken der Reoperation nach Stentless-Prothesen : Langzeit-Analyse

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Seit 20 Jahren werden ungestentete biologische Aortenklappenprothesen in der Therapie von Aortenvitien eingesetzt. Im MediClin Herzzentrum Lahr wird seit 15 Jahren die Medtronic Freestyle Klappe als ungestentete Bioklappe implantiert. Trotz sich mehr und mehr herauskristallisierender hervorragender Langzeitergebnisse kommt es unvermeidlich zu notwendigen Reoperationen. Viele Operateure befürchten immer noch, dass diese im Vergleich zu Reoperationen gestenteter Bioklappen schwieriger und mit erhöhtem operativem Aufwand durchzuführen sind.Diese retrospektive Studie untersuchte das Lahrer Patientenkollektiv von 1996 bis einschließlich 2006. Ziel war die Analyse der Ursachen, Techniken und Ergebnisse der Reoperation ungestenteter Bioklappen am Beispiel der Medtronic Freestyle im Ver-gleich zur Reoperation gestenteter Bioklappen.Als Hauptindikation der Reoperation einer Freestyleklappe zeigte sich die Endokarditis (44%), dicht gefolgt von der Aorteninsuffizienz (41%) und der Aortenstenose (15%). Demgegenüber standen bei den reoperierten gestenteten Bioklappen 54% Reoperationen wegen Aorteninsuffizienz, 37% wegen Aortenstenose und lediglich 9% wegen Endokarditis (p<0,05).Intraoperativ ergab sich bei zwei wegen einer Aorteninsuffizienz reoperierten Freestyleklappen eine endokarditische Schädigung, so dass letztendlich 14 Freestyle-Reoperationen (52%) auf eine Endokarditis zurückzuführen waren. 8 (30%) der Freestyleklappen wiesen strukturelle Klappendegenerationen (SVD) und 5 (18%) eine nichtstrukturelle Dysfunktion (NSD) auf. In der Vergleichsgruppe wiesen 70% eine SVD, 19% eine Endokarditis; 9% eine NSD und 2% eine Klappenthrombose als Hauptpathologie auf.Die Dringlichkeit der Freestyle-Reoperation war mit 11 elektiven (41%), 11 dringlichen (41%) und 5 notfallmäßigen (18%) Eingriffen im Vergleich zu den Erstoperationen (77%, 21%, 2%) deutlich in die akute Richtung verschoben. Zu den gestenteten Klappen bestand hier kein signifikanter Unterschied (51%, 35%, 14%).Im operativen Vorgehen ergab sich eine Abhängigkeit der Operationstechnik von der Klappenpathologie. Die technische Durchführung stellt an den geübten Operateur keine erhöhten Anforderungen.Die reoperierten Freestyle-Patienten zeigten intraoperativ eine längere Aortenklemmzeit (93 ± 26 vs. 82 ± 30 min; p = 0,035) und erhöhte EK-Gaben (3 ± 2,3 vs. 1,3 ± 1,75; p = 0,001). Postoperativ kam es in der Freestyle-Gruppe zu vermehrten Reanimationen (12% vs. 0%; p = 0,023) und Reintubationen (15% vs. 0%; p = 0,009) sowie einer verlängerten Intensivzeit (11,6 ± 16,3 vs. 5,2 ± 5,7 Tage; p = 0,011).Die 30-Tages-Sterblichkeit betrug 26% der Freestyle-Patienten gegenüber 5% in der Vergleichsgruppe (p = 0,01). Alle Todesfälle sind als cardiac- und valve-related-death zu klassifizieren.Im Lebensqualitäts-Follow-Up waren bis auf schlechtere Ergebnisse im NHP-Teilbereich Energieverlust (p = 0,09) keine Unterschiede erkennbar.Schlussfolgerung: Die technisch-operative Schwierigkeit bei der Reoperation ungestenteter Bioklappen ist vergleichbar mit der gestenteter Bioklappen.Die erhöhte postoperative Mortalität sowie die vermehrten postoperativen Komplikationen sind hauptsächlich auf die schlechteren präoperativen Bedingungen: EuroSCORE (12 ± 4 vs. 10 ± 3; p = 0,059), aktive Endokarditis (12 vs. 4; p = 0,001) und den höheren Anteil an Begleitoperationen (41% vs. 21%; p = 0,029) zurückzuführen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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