Methoden zur umfassenden Darstellung des Lebensmittelverzehrs am Beispiel von Bio-Käufern und Nicht-Bio-Käufern : Auswertungen auf Basis der Nationalen Verzehrsstudie II

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In der vorliegenden Arbeit werden ein Index, eine Hauptkomponentenanalyse, eine Clusteranalyse und ein Entscheidungsbaum auf ihre Eignung zur umfassenden Darstellung des Lebensmittelverzehrs mit Daten der NVS II geprüft. In der aktuellen Literatur werden lediglich Vergleiche einzelner Methoden, nicht aber Vergleiche aller vier Methoden beschrieben. Zudem gibt es keine Veröffentlichungen, in denen die Anwendung des Entscheidungsbaums zur umfassenden Darstellung des Lebensmittelverzehrs beschrieben wird.Für die Prüfung der Methoden werden die fünf Kriterien (1) Berücksichtigung möglichst aller Lebensmittelgruppen und der dazugehörigen verzehrten Mengen bei Anwendung der Methode (2) Darstellung möglichst aller Lebensmittelgruppen und der dazugehörigen verzehrten Mengen durch die Ergebnisse (3) Identifizierung von Personengruppen mit ähnlichem Lebensmittelverzehr (4) Differenzierung von Bio-Käufer/innen und Nicht-Bio-Käufer/innen und (5) Charakterisierung der identifizierten und differenzierten Personengruppen herangezogen.Mit dem entwickelten Index (HEI-NVS II) wird der Lebensmittelverzehr mit Empfehlungen der DGE verglichen und über ein Punktesystem bewertet. Als Ergebnis stehen die Indexwerte und die Indexsumme zur Verfügung. Bei der Hauptkomponentenanalyse erfolgt die Darstellung des Lebensmittelverzehrs durch Hauptkomponenten, die durch Korrelationen im Lebensmittelverzehr gebildet werden. Durch jede Hauptkomponente wird eine charakteristische Kombination an verzehrten Lebensmitteln ausgedrückt. Jeder Person wird für jede Hauptkomponente ein Faktorwert berechnet. Der Faktorwert gibt Auskunft darüber, wie gut der Lebensmittelverzehr einer Person durch eine Hauptkomponente widergespiegelt wird. Bei der Clusteranalyse werden homogene Personengruppen mit ähnlichem Lebensmittelverzehr gebildet. Die Darstellung des Lebensmittelverzehrs erfolgt durch die Mittelwerte der Verzehrsmengen der in einem Cluster zugeordneten Personen. Bei einem Entscheidungsbaum werden Personen in Abhängigkeit einer Klassifizierungsvariable aufgrund ihrer Unterschiede im Lebensmittelverzehr getrennt. Die Darstellung des Lebensmittelverzehrs erfolgt durch Blätter, in denen Personen mit ähnlichem Lebensmittelverzehr gruppiert werden. Die Korrekt- und Falschklassifikationsraten geben Auskunft darüber, wie zuverlässig die Personen auf Basis einer Klassifizierungsvariablen getrennt werden.Das Kriterium, möglichst alle Lebensmittelgruppen und die dazugehörigen verzehrten Lebensmittelmengen zu berücksichtigen, wird durch die Hauptkomponentenanalyse, Clusteranalyse und Entscheidungsbaum vollständig und durch den HEI-NVS II fast vollständig erfüllt.Das Kriterium möglichst alle Lebensmittelgruppen und deren verzehrten Lebensmittelmengen über die Ergebnisse darzustellen, wird lediglich durch die Clusteranalyse erfüllt. Durch den HEI-NVS II werden nur Lebensmittelgruppen, für die es quantifizierbare Empfehlung gibt, dargestellt. Bei der Hauptkomponentenanalyse werden nur die charakteristischen Lebensmittelgruppen einer Hauptkomponente dargestellt. Auch durch den Entscheidungsbaum wird das Kriterium nicht erfüllt, da nur die Lebensmittelgruppen, die für die Differenzierung relevant waren, über den Baum dargestellt werden.Das Kriterium, Personengruppen mit ähnlichem Lebensmittelverzehr zu identifizieren, wird durch die Ergebnisse der Clusteranalyse und des Entscheidungsbaums, nicht aber durch die Ergebnisse des HEI-NVS II und der Hauptkomponentenanalyse erfüllt. Allerdings weisen die Ergebnisse der Clusteranalyse in der Gruppe der Männer auf keine sinnvolle Identifizierung hin.Das Kriterium, der Differenzierung von Bio-Käufer/innen und Nicht-Bio-Käufer/innen, wurde lediglich durch den HEI-NVS II erfüllt. Bei der Hauptkomponentenanalyse und dem Entscheidungsbaum wurde anhand anderer Differenzierungsvariablen mit der gleichen Studiengruppen aufgezeigt, dass sich diese Methoden grundsätzlich zum Differenzieren eignen. Wie in der Literatur gezeigt, kann auch die Clusteranalyse zum Differenzieren geeignet sein.Das Kriterium der Charakterisierung der identifizierten und differenzierten Personengruppen konnten nur teilweise geprüft werden, da nur teilweise Personengruppen identifiziert und differenziert werden konnten. Grundsätzlich können alle vier Methoden geeignet sein, Personengruppen weiter zu charakterisieren.Die Prüfung der vier Methoden zeigt, dass keine Methode alle Kriterien zur umfassenden Darstellung des Lebensmittelverzehrs anhand der Daten der NVS II erfüllt. Die Methoden haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, die bei der umfassenden Darstellung des Lebensmittelverzehrs von Bedeutung sind und bei der Wahl einer geeigneten Methode berücksichtigt werden müssen. Durch jede einzelne Methode können Erkenntnisse über die Studiengruppen in Bezug auf die Forschungsfrage gewonnen werden. Die unterschiedlichen Stärken der Methoden sollten als sich ergänzend gesehen werden. Abhängig von der Forschungsfrage sollte in Erwägung gezogen werden, mehr als eine Methode anzuwenden, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu kombinieren.

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