Auswirkungen der Anwesenheit von zwei Ebern während der Künstlichen Besamung auf die Fruchtbarkeitsleistung von Sauen unter besonderer Berücksichtigung des Brunstverhaltens

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In der Schweineproduktion spielt seit längerem die Künstliche Besamung (KB) sowohl in der Zucht als auch in der Ferkelerzeugung eine herausragende Rolle. Bei der Anwendung der KB ist für den Befruchtungserfolg das Besamungsmanagement und hierbei insbesondere die Wahl des richtigen Besamungszeitpunktes sowie die Stimulation der zu besamenden Sauen von großer Bedeutung. Zur sexuellen Stimulation der Sauen dienen in erster Linie die vom Eber ausgehenden Reize. Dabei erwies sich bereits in zahlreichen Untersuchungen die Anwesenheit eines Ebers im Hinblick auf die Stimulation der Sauen überlegen gegenüber der Anwendung von künstlichen Eberstimuli. Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu überprüfen, ob die Stimulation der Sauen und davon ausgehend die bei der KB erzielten Reproduktionsergebnisse durch die Anwesenheit von zwei Ebern während der KB nochmals verbessert werden können. Hierzu wurden im Untersuchungsbetrieb während der ersten Hälfte des Untersuchungszeitraumes vor den Köpfen der zu besamenden Sauen ein Eber und während der zweiten Hälfte zwei Eber nacheinander fixiert. Von allen Sauen wurden Daten zum Brunstverhalten gewonnen sowie über die Befunde von Umrauschkontrolle und Trächtigkeitsuntersuchungen und anhand der Abferkeldaten die Befruchtungs- und Reproduktionsergebnisse erfasst. Von jeweils acht Sauen pro Besamungsgruppe erfolgte eine Auswertung des Verhaltens während der gesamten Brunstdauer mittels Videoaufzeichnungen.Die ermittelten Daten zum Brunstverhalten belegen eine große individuelle Varianz des Zyklusgeschehens von Sauen. Diese zeigt sich zum einen an starken Unterschieden der Zeitspannen von Absetz-Östrus-Intervall und Östrusdauer, die auch schon in zahlreichen Veröffentlichungen beschrieben wurden, und zum anderen an einer großen Varianz der erhobenen Befunde während der adspektorischen sowie der ovardiagnostischen Untersuchungen der Sauen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Wichtigkeit einer gewissenhaften und gründlichen Brunstkontrolle zur Bestimmung des Belegungszeitpunktes, wobei alleinig die Auslösung des Duldungsreflexes beweisend für den Östruseintritt ist. Hinsichtlich des Brunstverhaltens wurden keine Unterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen festgestellt. Auch bei der Auswertung der Videoaufzeichnungen zur ethologischen Untersuchung wurden große individuelle Unterschiede in der Anzahl der gezeigten Verhaltensparameter zwischen den einzelnen Sauen beobachtet. Trotz dieser großen Varianz konnten zwischen den Sauen, die durch einen und jenen, die durch zwei Eber stimuliert wurden Unterschiede in der Anzahl verschiedener Verhaltensparameter statistisch gesichert werden. Die Auswertung des Sauenverhaltens zu den KB-Terminen lässt auf eine deutlich bessere Stimulation der Sauen durch den Einsatz von zwei Stimulationsebern schließen. Sauen, die während der Besamung durch die Anwesenheit von zwei Ebern stimuliert wurden, zeigten im Vergleich zur 1-Eber-Gruppe während der Gesamtbesamungsdauer der Gruppe höchst signifikant häufiger die als versuchte Kontaktaufnahme zum Eber gewerteten Verhaltensparameter Rüssel durch Absperrung strecken und Blickkontakt zum Eber , sowie auch Rüsselscheibenkontakte zum Eber. Infolge dessen wurde bei der 2 Eber-Gruppe signifikant weniger Stangenbeißen beobachtet und die Tiere zeigten häufiger die für den Duldungsreflex typische Körperhaltung sowie eine bessere Ausprägung des Duldungsreflexes während und nach der Besamung. Bei den Sauen der 2 Eber-Gruppe wurde weniger Unruhe während der KB beobachtet und sie nahmen nach Beendigung der KB über einen doppelt so langen Zeitraum die für den Duldungsreflexes typische Körperhaltung ein als die Tiere der 1 Eber-Gruppe.Neben der Anzahl an Stimulierebern wurden auch der Zyklusstand, die Rangposition und der Standplatz der Sauen als Einflussfaktoren auf die mittlere Anzahl einzelner Verhaltensparameter nachgewiesen. Außerdem zeigte sich ein Einfluss des eingesetzten Ebers auf das Verhalten der Sauen. Dieser wird auf Unterschiede im stimulativen Wert verschiedener fertiler Eber zurückgeführt, der durch das Zusammenspiel des Verhaltens und der Attraktivität des Ebers bestimmt wird. Die aus der Videoauswertung ermittelte bessere Stimulation der Sauen in der 2 Eber-Gruppe im Vergleich zur 1 Eber-Grupppe bewirkte deutlich bessere Reproduktionsergebnisse dieser Tiere mit einer niedrigeren UR, höheren TR und AFR und infolge dessen einem besseren Ferkelindex mit 66 mehr gesamt geborenen Ferkeln je 100 zur Besamung aufgestellter Sauen. Aufgrund der Ergebnisse aus der vorliegenden Arbeit kann der Einsatz von zwei Ebern während der KB empfohlen werden; insbesondere für Ferkelerzeugerbetriebe, die ohnehin mehrere Eber halten.

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