Keimgehalt und Gasbildungsvermögen des Labmageninhaltes gesunder Kühe und von solchen mit Labmagenverlagerung
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Herkunft des bei Labmagenverlagerung im dislozierten Labmagen angesammelten Gases zu klären. Dazu wurde das In- vitro- Gasbildungsvermögen der Mikroorganismen in nativem Labmagensaft gesunder Tiere sowie in solchem von Tieren mit Labmagenverlagerung untersucht. Um zusätzliche Hinweise über die Herkunft des im verlagerten Labmagen gefundenen Gases zu erhalten, wurde natives Labmagengas von Tieren mit einer Labmagenverlagerung und nach Inkubation von Labmageninhalt in vitro gebildetes Gas gaschromatographisch analysiert. Weiterhin wurden mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Diese umfassten die aerobe und anaerobe Keimzahlbestimmung, eine Identifizierung der gewachsenen Kolonien, die phasenkontrastmikroskopische Auswertung von nativem Labmagensaft sowie die Auswertung von gramgefärbten Ausstrichen. Zusätzlich wurde der Stärkegehalt im Labmagensaft bestimmt. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (Kontr, liLMV, reLMV) bestanden hinsichtlich Gasbildung (p = 0,001), pH-Wert (p = 0,01), Stärkegehalt (p = 0,004), aerober Keimzahl (p = 0,04) und einzelnen Keimgruppen (Bazillen, Clostridien, Mucor). Die Gasbildung war bei rechtsseitigen Verlagerungen mit durchschnittlich 0,8 ml in 4 Stunden am höchsten, gefolgt von linksseitigen Verlagerungen mit 0,3 ml in 4 Stunden und 0,15 ml in 4 Stunden bei Kontrolltieren. Der mittlere pH-Wert von nativem Labmagensaft war mit 2,94 bei den Tieren mit rechtsseitigen Verlagerungen am höchsten, bei Kontrolltieren lag der pH-Wert bei 2,29 und bei den linksseitigen Verlagerungen bei 1,85. Bezüglich des Stärkegehaltes des Labmageninhaltes ergab sich für rechtseitige Verlagerungen mit 18,6 mg/l der durchschnittlich niedrigste Wert, bei linksseitigen Verlagerungen lag der Gehalt bei 47 mg/l, und am höchsten war er mit 124,7 mg/l bei den Kontrolltieren. Die aeroben und anaeroben Keimzahlbestimmungen ergaben für rechtsseitige Verlagerungen die höchsten Keimgehalte und für Kontrolltiere die niedrigsten, wobei bezüglich der anaeroben Keimzahl kein signifikanter Unterschied nachgewiesen werden konnte. Hinsichtlich des Keimspektrums ergaben sich zwar signifikante Unterschiede im Vorkommen von Bazillen, Clostridien und Mucor; allerdings konnte kein Zusammenhang zwischen qualitativem Keimspektrum und Gasbildung ermittelt werden. Auch bezüglich des Vorkommens an Sarcina-artigen Kokken und Schraubenbakterien, welches mittels phasenkontrastmikroskopischer Untersuchungen und Auswertung der gramgefärbten Ausstriche bestimmt wurde, konnte keine Korrelation zur der Gasbildung nachgewiesen werden. Ein signifikanter Zusammenhang wurde dagegen mittels linearer nicht schrittweiser Regressionsanalyse zwischen dem pH-Wert von nativem Labmagensaft und dem Gasbildungsvermögen in vitro nachgewiesen. Aus den Befunden kann geschlossen werden, daß eine mikrobielle Gasbildung im Labmagen zwar möglich ist, die se aber - außer bei hohen pH-Werten - deutlich geringer ist als das Gasbildungsvermögen von Pansensaft. Die Analyse der Gaszusammensetzung zeigte außerdem, daß bei der In- vitro-Inkubation von Labmagensaft - im Vergleich zu Pansensaft - nur geringe Mengen an Methan entstehen. Da sich im verlagerten Labmagen aber Methan in größeren Mengen nachweisen läßt, scheint zumindest ein Teil der Gasansammlung nicht im Labmagen selbst entstanden zu sein, sondern ist vermutlich aus dem Pansen übergetreten. Aus den unterschiedlichen Keimzahlen und Keimspektren, welche im Labmageninhalt nachgewiesen wurden, sowie anhand der veränderten pH-Werte und Stärkegehalte ergeben sich zwar Hinweise auf eine mikrobiell bedingte Gasbildung im Labmagen, allerdings konnte mittels der angewandten Methoden kein bestimmter Keim identifiziert werden, der möglicherweise hauptsächlich für die Gasbildung verantwortlich sein könnte.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
