Übertragung eines Iridovirus aus einem Helmchamäleon (Chamaeleo hoehnelii) auf Grillen der Spezies Gryllus bimaculatus und Versuch zur Infektion von Bartagamen (Pogona vitticeps) mit Iridovirus-infizierten Grillen

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Zweck dieser Arbeit war es herauszufinden, ob Grillen (Gryllus bimaculatus) und Bartagamen (Pogona vitticeps) mit einem Invertebraten-Iridovirus-ähnlichen Isolat aus einem toten Helmchamäleon (Chamaeleo hoehnelii) infiziert werden können und ob eine Infektion für diese Tiere pathogen ist. In den letzten Jahren wurden Invertebraten-Iridoviren (IIV) vermehrt aus Futtertierzuchten und Echsen isoliert. Da es sich bei diesen isolierten Iridoviren um Viren des Genus Iridovirus handelt, die bis vor kurzem nur bei Invertebraten beschrieben wurden, ist deren Vorkommen bei Vertebraten besonders bemerkenswert. Eine orale Infektion der Echsen über infizierte Futtertiere wurde angenommen. Für die Diagnose von IIV-Infektionen standen zu Beginn verschiedene Zellkulturen (TH-1 und VH2), eine PCR nach JUST und ESSBAUER (2001), histologische und elektronen-mikroskopische Untersuchungen zur Verfügung. Im Laufe der Arbeit wurde die PCR durch eine neu entwickelte nested PCR mit Primern für das major capsid protein (MCP)-Gen (JAKOB et al., 2002) ersetzt und zusätzlich eine In-situ-Hybridisierung (ISH) entwickelt. Um das pathogene Potential der IIV aus Echsen ermitteln zu können, wurden zunächst drei Infektionsversuche mit Grillen der Spezies Gryllus bimaculatus durchgeführt. Die Grillen wurden mit dem Iridovirusisolat 100/01 aus dem toten Helmchamäleon durch Dippen in eine Virussuspension (Virusgehalt 106,25 bis 107,25 KID50/ml) infiziert. Pro Infektionsversuch wurden 20 Tiere infiziert und 10 dienten als Kontrollen. Den im Laufe des Versuches gestorbenen Grillen und den nach Ende des Versuches getöteten Grillen wurden Fettkörperproben entnommen und untersucht. Im Anschluss an die Infektionsversuche mit Grillen wurde Bartagamen der Spezies Pogona vitticeps oral infizierte Grillen und eine Virussuspension (106,75 KID50/ml) per Sonde verabreicht. Sechs von zehn Bartagamen wurden infiziert und vier Bartagamen dienten als Kontrollen. Alle zwei Wochen nach Versuchsbeginn wurde ein infiziertes Tier und alle vier Wochen ein Kontrolltier euthanasiert. Allen Bartagamen wurden wöchentlich Rachen- und Kloakentupfer und bei der Sektion Proben von 13 Organen entnommen und untersucht. Die Grillen konnten erfolgreich mit dem Isolat 100/01 infiziert werden. Es kam zu patenten Infektionen, die mit Mortalität und Irideszenz einhergingen, aber auch zu klinisch inapparenten Infektionen. Die Mortalität der infizierten Grillen lag bei 20 bis 40 %. Eine Virusinfektion konnte mit den angewandten Untersuchungsmethoden in den drei Infektionsversuchen in einer unterschiedlichen Anzahl von Grillen nachgewiesen werden (15 von 20 Grillen (75 %), 3 von 20 Grillen (15 %) und 6 von 20 Grillen (30 %)). Die nested PCR war mit insgesamt 24 positiven von 60 infizierten Grillen (40 %) die sensitivste Methode, um IIV in den Fettkörperproben der infizierten Grillen nachzuweisen. Einige der infizierten Bartagamen zeigten im Laufe des Versuches zeitweise ein reduziertes Allgemeinbefinden, aber bis zum Ende des Versuches (12 Wochen) starb kein Tier. Bei den Sektionen konnten keine mit einer Virusinfektion in Zusammenhang stehenden pathologischen Veränderungen gefunden werden. Die Virusisolierung mittels Zellkulturen war nur aus Tupferproben der infizierten Bartagamen bis 2 Wochen nach der Infektion erfolgreich. In der nested PCR waren verschiedene Organe von fünf infizierten Bartagamen, aber auch von drei Kontrolltieren positiv. Die histologischen und elektronenmikroskopischen Untersuchungen und die ISH-Untersuchungen waren negativ. Daher wurden zwei im selben Raum und unter den gleichen Bedingungen wie die Kontrolltiere gehaltene Reservebartagamen, von anderen Elterntieren, mit der nested PCR getestet. Sie waren negativ. Um die Ursache für die positiven nested PCR-Ergebnisse der Kontrollbartagamen zu klären, wurden weitere Tupferproben der Elterntiere der Versuchstiere untersucht. Dabei war einmalig ein Rachen- und Kloakentupfer des Vatertieres in der nested PCR positiv. Zusätzlich konnten bei einem weiteren Gelege dieser Elterntiere Amplikons der gesuchten Größe aus den Schalen von drei Eiern in der nested PCR amplifiziert werden. Die Sequenzierung dieser Amplikons ergab eine zu 100 % mit 100/01 identische Nukleinsäuresequenz. Daher konnte eine Infektion der Bartagamen durch ihren Vater vor Versuchsbeginn nicht ausgeschlossen werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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