Verschleiß- und Randspaltanalyse von konfektionierten Milchzahnkronen
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Zusammenfassung
Hintergrund und ZieleNoch heute gilt die Stahlkrone als Goldstandard für die Restauration stak zerstörter Milchmolaren. Doch aufgrund mangelnder Ästhetik entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte verschiedene zahnfarbene Milchzahnkronen. Vor allem konfektionierte Zirkondioxid- und Kompositkronen bekamen in der Kinderzahnheilkunde in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit. Ziel der vorliegenden in-vitro Studie war die präklinische Einschätzung verschiedener konfektionierter Milchmolarenkronen. Hierfür wurden folgende Nullhypothesen aufgestellt: Stahlkronen, Kompositkronen und Zirkondioxidkronen zeigen keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich Eigenabrasion, Antagonistenabrasion und Randspaltqualität nach subkritischer Belastung. Material und Methode96 extrahierte Milchmolaren wurden randomisiert in 6 Versuchsgruppen (n=16) unterteilt: 1) Stahlkrone (3M ) mit Ketac Cem Plus (3M ); 2) Pediatric Esthetic Crown (3M ) mit Ketac Cem Plus; 3) Pediatric Esthetic Crown (3M ) mit RelyX Unicem II (3M ); 4) NuSmile® Zirconia mit Ketac Cem Plus (3M ); 5) Sprig EZ-Crown mit Ketac Cem (3M ) und 6) KinderKrowns® mit Ketac Cem (3M ). Nach einer adhäsiven Aufbaufüllung, wurden die Milchzähne nach Herstellerangaben zur Aufnahme einer konfektionierten Milchzahnkrone präpariert. Jeweils zwei versorgte Zähne wurden in Approximalkontakt auf Kausimulatorplatten adhäsiv befestigt und für 21 Tage in destilliertem Wasser (37°C) gelagert. Darauf folgte eine thermische Wechsellast (+5°C/+55°C, 15 Sekunden Verweilzeit, 2.500 Zyklen) der Probenpaare und eine mechanische Belastung im Marburger Kausimulator für 100.000 Zyklen (50 N, 1.6 Hz; CS-4.8 professional SD Mechatronik, Feldkirchen, Deutschland). Mittels Replikatherstellung der Kronen und Steatit-Antagonisten vor und nach thermo-mechanischer Belastung konnten die Abrasionstiefen mit Hilfe eines 3D-Laser-Scanners (VK-9700, Keyence Deutschland GmbH, Neu-Isenburg, Deutschland) ermittelt werden. Auch die Randqualität der verschiedenen Kronenmaterialien wurde mit folgenden Kriterien bewertet: 1) positive Stufe 2) negative Stufe 3) Spalt 4) nicht beurteilbar (Nikon AZ 100M, AZ Plan Apo 1x, 4-fach Zoom; Nikon Instruments Europe B.V., Amsterdam, Niederlande). Mit Hilfe der Lichtbilder konnte zusätzlich die marginale Zementfugenbreite gemessen werden. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS 15.0 (IBM, Armonk, New York, USA). Für die Erfassung signifikanter Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen wurde der Mann-Withney-U-Test oder das One-way ANOVA-Verfahren herangezogen (p< 0,05). Für die Veranschaulichung der Ergebnisse wurden mit einem Rasterelektronenmikroskop repräsentative Beispielbilder angefertigt (Amray 1610 Turbo; KLA-Tencor Corp., Milpitas, Kalifornien, USA).ErgebnisseIn der vorliegenden Studie zeigten die Stahlkronen die höchste Eigenabrasion, welche sich signifikant von den zahnfarbenden Milchzahnkronen unterschieden hat (One-way ANOVA, mod. LSD, p<0,05). Während bei den Zirkondioxidkronen Sprig EZ-Crown und NuSmile® Zirconia keinerlei Abrieb auf der Materialoberfläche zu erkennen war, konnte bei der Verschleißanalyse der Antagonisten ein signifikant höhere Abrasionstiefe gemessen werden (One-way ANOVA, mod. LSD, p<0,05). Die Kompositkrone (Pediatric Esthetic Crown, 3M ) zeigte im Vergleich eine gute Performance in beiden Parametern. Bei der quantitativen Randspaltanalyse konnte keine Gruppe einen perfekten Zementspalt vorweisen. Die geringste Spaltbildung wurde bei den Stahlkronen gemessen, die sich jedoch nicht signifikant von den zwei Gruppen der Pediatric Esthetic Crown 3M unterschieden hat (Mann-Withney-U-Test, p>0,05;). Vor allem die Zirkondioxidkronen, die mit Ketac Cem eingesetzt wurden, zeigten signifikant die geringste Kontinuität zwischen Zahnhartsubstanz und Kronenmaterial (Mann-Whitney-U-Test, p<0,05). Die Ergebnisse der Zementfugenbreite verdeutlichte, dass mittels Stahlkronen eine signifikant kleinere marginale Stufe möglich war (Mann-Withney-U-Test, p<0,05). SchlussfolgerungVerglichen mit der Stahlkrone als Goldstandard zeigte die neue Kompositkrone, Pediatric Esthetic Crown der Firma 3M , hinsichtlich Verschleißverhalten und Randspaltqualität eine gute Performance nach subkritischer Belastung. Während insbesondere Zirkondioxidkronen mit einer hohen Abrasionsresistenz glänzten, konnte eine hohe Antagonistenabrasion (Steatit) und Zementfugenbreite einhergehend mit schwacher marginaler Integrität erfasst werden. Weitere klinische Studien sollten sowohl die marginale Qualität als auch die Abrasionsbeständigkeit der Kronenmaterialien gegenüber humanen Zahnschmelz klären.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
