Erfolg asymmetrischer Unterkiefervorverlagerung mit der Herbst-Apparatur
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Zusammenfassung
Das Ziel der Arbeit war es, die Effektivität der asymmetrischen Unterkiefervorverlagerung mit der Herbst-Apparatur sowie deren Kurzzeit-Stabilität zu ermitteln. 22 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien: abgeschlossener Durchbruch aller Prämolaren und Eckzähne, asymmetrische Distallage der Mandibula (Molarenrelation mit einer Rechts-Links-Differenz von mindestens 0,75 Prämolarenbreiten), keine asymmetrischen Extraktionen oder Nichtanlagen bleibender Zähne, keine kraniofazialen Syndrome, Nachuntersuchungszeitraum von mindestens 12 Monaten, Situationsmodelle aller festgelegten Untersuchungszeitpunkte. Es wurde eine symmetrische Gruppe von 22 Patienten, welche die gleichen Einschlusskriterien erfüllten - mit Ausnahme der asymmetrischen Distallage der Mandibula -, zugeordnet. Diese Patienten wiesen eine symmetrische Distallage der Mandibula vergleichbaren Ausmaßes auf. Es erfolgte ein Matching anhand der skelettalen Reife und gegebenenfalls des chronologischen Behandlungsbeginns. Die Behandlung mit der Herbst-Apparatur betrug durchschnittlich 8 Monate, die sich anschließende Multibracket-Phase durchschnittlich 14 Monate. Der durchschnittliche Nachuntersuchungszeitraum betrug 36 Monate. Kieferorthopädische Situationsmodelle von vor dem Einsetzen der Herbst-Apparatur (T1), unmittelbar nach dem Entfernen der Herbst-Apparatur (T2), unmittelbar nach dem Entfernen der Multibracket-Apparatur (T3) und mindestens 12 Monate nach Behandlungsende (T4) wurden vermessen. Zudem wurden En-Face-Gesichtsfotos der Zeitpunkte T1 und T4 vermessen. Zur statistischen Auswertung der Daten, wurde bei den Patienten der asymmetrischen Gruppe die rechte Unterkieferseite als die Seite der Distalokklusion bzw. stärker ausgeprägten Distalokklusion definiert. Bezüglich der Molarenrelation wiesen zum Zeitpunkt T1, gemäß der im Vorfeld vorgenommenen Richtung , beide Gruppen rechts und die symmetrische Gruppe links eine distale Molarenrelation von mindestens 0,75 Pb auf. Über 80 % der Patienten der asymmetrischen Gruppe wiesen links eine neutrale Molarenrelation auf. Zum Zeitpunkt T2 zeigte sich in beiden Gruppen auf beiden Seiten eine durch Überkorrektur hervorgerufene mesiale Molarenrelation. Während zum Zeitpunkt T3 in der asymmetrischen Gruppe 63,6 % und in der symmetrischen Gruppe 77,3 % der Patienten rechts eine neutrale Molarenrelation aufwiesen, war dies links bei jeweils 72,8 % der Patienten beider Gruppen der Fall. Zum Zeitpunkt T4 zeigten in der asymmetrischen Gruppe 68,3 % und in der symmetrischen Gruppe 81,9 % der Patienten rechts eine neutrale Molarenrelation, links war dies bei 68,2 % bzw. 72,7 % der Patienten der Fall. Bezüglich der Eckzahnrelation zeigte sich zum Zeitpunkt T1 in beiden Gruppen rechts, sowie in der symmetrischen Gruppe links bei ca. 80 % der Patienten eine distale Eckzahnrelation von mindestens 0,75 Pb. Über 90 % der Patienten der asymmetrischen Gruppe wiesen links eine neutrale Eckzahnrelation auf. Während sich zum Zeitpunkt T2 in beiden Gruppen eine durch Überkorrektur hervorgerufene mesiale Eckzahnrelation zeigte, wiesen zum Zeitpunkt T3 in beiden Gruppen jeweils ca. 50 % der Patienten rechts eine distale Eckzahnrelation von 0,25 Pb auf. Links zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Gruppen. 90 % der Patienten der asymmetrischen Gruppe wiesen eine neutrale Eckzahnrelation auf, was bei nur ca. 35 % der Patienten der symmetrischen Gruppe der Fall war. Zum Zeitpunkt T4 zeigten über 45 % der Patienten beider Gruppen eine stabile Eckzahnrelation rechts. In ca. 50 % der Fälle kam es in beiden Gruppen jedoch zur Rezidivneigung nach distal. Links wiesen über 75 % der Patienten der asymmetrischen Gruppe eine neutrale Eckzahnrelation auf, was bei nur ca. 35 % der Patienten der symmetrischen Gruppe der Fall war. Die Variable Overjet zeigte zum Zeitpunkt T1 einen leichten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (asym.: 6,3 mm; sym.: 8,0 mm; p = 0,05). Zum Zeitpunkt T2 war dies ebenfalls der Fall (asym.: -1,6 mm; sym.: 0,0 mm; p < 0,05), wohingegen zu den Zeitpunkten T3 (asym.: 2,7 mm; sym.: 2,3 mm) und T4 (asym.: 3,0 mm; sym.: 3,2 mm) kein Unterschied bestand. Die Mittellinienverschiebung nach rechts zeigte zum Zeitpunkt T1 einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (asym.: 1,7 mm; sym.: 0,3 mm; p < 0,001). Dieser konnte zu den Zeitpunkten T2 (asym.: 1,0 mm; sym.: 0,5 mm), T3 (asym.: 0,4 mm; sym.: 0,4 mm) sowie T4 (asym.: 0,6 mm; sym.: 0,3 mm) nicht beobachtet werden. Die Mittellinienverschiebung nach links zeigte zu keinem Zeitpunkt (T1 - asym.: 0,2 mm; sym.: 0,5 mm; T2 - asym.: 0,4 mm; sym.: 0,5 mm; T3 - asym.: 0,0 mm; sym.: 0,3 mm; T4 - asym.: 0,3 mm; sym.: 0,3 mm) einen Unterschied zwischen den Gruppen. Der Winkel zwischen Bipupillarlinie und Cheilionlinie wurde zum Zeitpunkt T1 bei 59 % der asymmetrischen und bei 76 % der symmetrischen bzw. zum Zeitpunkt T4 bei 65 % der asymmetrischen und bei 85 % der symmetrischen Patientengruppe als symmetrisch bewertet. Hinsichtlich des Winkels zwischen der Bipupillarlinie perpendicular und der Verbindungslinie Subnasale-Weichteilmenton wurde zum Zeitpunkt T1 bei 77 % der asymmetrischen und bei 67 % der symmetrischen bzw. zum Zeitpunkt T4 bei 85 % der asymmetrischen und bei 71 % der symmetrischen Patientengruppe eine Symmetrie ermittelt. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung kann festgestellt werden, dass die Behandlung der asymmetrischen Distallage ( Class-II-subdivision ) mit der Herbst-Apparatur ähnlich erfolgreich ist wie die Behandlung der symmetrischen Distallage. Das erzielte Therapieergebnis war zum Nachuntersuchungszeitpunkt stabil. Es zeigte sich bei den asymmetrischen Patienten jedoch eine leichte Tendenz der Molarenrelation zur mesialen Überkorrektur. Die Gesichtsasymmetrie wurde durch die asymmetrische Unterkiefervorverlagerung weder positiv noch negativ beeinflusst.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
