Untersuchungen zur Antigentoxizität von Eruca sativa-Pflanzenextrakt, sowie eines seiner Isothiocyanate in humanen Hepatomzellen
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Zusammenfassung
In den letzten Jahren hat Rucola (Eruca sativa) in der europäischen Küche als Salat und Gewürz große Beliebtheit gewonnen. Rucola gehört zu den Brassicaceae, deren chemopräventiven Eigenschaften bereits belegt werden konnten. ITC, die Abbauprodukte der in Brassica-Gemüse enthaltenen Glucosinolate, werden für die Inhibiton der Tumorenstehung verantwortlich gemacht. Obwohl bereits einiges über die ITC-Zusammensetzung von E. sativa bekannt ist, wurden noch nie die antigentoxischen Effekte des Pflanzenmaterials an sich studiert. In dieser Arbeit wurde die chemopräventive Wirksamkeit von frisch gewonnenem Eruca sativa-Pflanzenextrakt und die zugrundeliegenden Mechanismen in metabolisch kompetenten HepG2-Zellen untersucht. Der in seiner alkalischen Version verwendete Cometassay zeigte keine gentoxischen Effekte in zuvor mit Eruca sativa-Pflanzenextrakt exponierten HepG2-Zellen. Die Untersuchungen zur Antigentoxizität von E. sativa ergaben die Hemmung einer durch B[a]P induzierte DNA-Schädigung durch den Pflanzenextrakt in Form einer U-förmigen Konzentrations-Wirkungsbeziehung. Dieser Effekt wurde begleitet von einer signifikanten Induktion der GST, nachgewiesen durch einen enzymatisch-photometrischen Test. In der chemischen Analyse des Pflanzenmaterials durch Gaschromatographie mit massenspektrometrischem Detektor konnten die ITC MTBITC, SFN, Erysolin und PEITC identifiziert werden. MTBITC in beachtlicher Menge von 80,07 mg/kg TS im Pflanzenmaterial enthalten, zeigte eine effiziente antigentoxische Aktivität gegenüber einer B[a]P-induzierten DNA-Migration in HepG2-Zellen. Dabei war in niedrigen Konzentrationen die Hochregulierung des detoxifizierenden Phase-II-Enzyms GST messbar, in höheren eine durch MTBITC vermittelte Induktion von Apoptose mittels monoklonaler Antikörper detektierbar. Schlussfolgernd ist eine synergistische Wirkung von ITC und anderen in Eruca sativa enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen denkbar. Die signifikante Induktion der GST-Aktivität und damit eine B[a]P-Entgiftung scheinen wesentlich für die beobachteten starken antigentoxischen Eigenschaften verantwortlich zu sein. Durch täglichen Verzehr von Rucola können Konzentrationen im Körper erreicht werden, die in den Untersuchungen starke chemopräventive Effekte im Zellkulturmodell zeigten. Die vorliegende Studie bietet zum ersten Mal eine Einschätzung der bioaktiven Effekte von Rucola-Pflanzenextrakt in einem humanen Zellkultursystem und gibt Anhaltspunkte für vielversprechende Einsatzmöglichkeiten von Eruca sativa im Rahmen der Krebsprävention.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
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Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
