Ackerbauliche Landnutzungsänderungen durch die Biogaserzeugung in Deutschland : eine quantitative, räumlich explizite Analyse der Wettbewerbsfähigkeit des Silo- und Körnermaisanbaus in Deutschland unter Anwendung des Modells ProLand 2.0

Zusammenfassung

Das im DFG-Sonderforschungsbereich 299 Landnutzungskonzepte für periphere Regionen entwickelte Landnutzungsmodell ProLand berechnet räumlich-explizit Kennzahlen landwirtschaftlicher Produktionsverfahren. ProLand quantifiziert Erträge, Leistungen, Kosten und Bodenrenten aktueller Landnutzungen und prognostiziert die zukünftige Verteilung von Landnutzungssystemen. Im Rahmen der zweiten Projektphase des Teilprojektes 3 ökonomische Begleitforschung als Teil des von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. geförderte Verbundvorhaben Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands (kurz: EVA) wird das Modell ProLand auf die räumliche Ebene Deutschlands mit einer Auflösung von 1x1 Kilometer im Raster adaptiert und angewendet.Primäres Ziel besteht darin, die Auswirkungen einer steigenden Nachfrage nach Bioenergiepflanzen, im Speziellen Silomais als Biogassubstrat, auf das Landnutzungsmuster und die Landnutzungsintensität Deutschlands quantitativ, räumlich explizit und unter Berücksichtigung von alternativen Landnutzungsoptionen zu bestimmen. Hierzu ist es nötig, die relative Vorzüglichkeit von Marktfrüchten gegenüber Silomais als Biogassubstrat über die Vergleichsgröße der Bodenrente zu bestimmen und räumlich darzustellen. Hierbei ist es wichtig, unterschiedliche Preisphasen des Agrarmarktes zu berücksichtigen, um die Vorzüglichkeit der Biogassubstraterzeugung durch Silomais unter verschiedenen Marktbedingungen zu betrachten. Darüber hinaus stellt sich unter dem Aspekt der Diskussion um die Vermaisung der Landschaft die Frage, wie sich die Flächenausdehnung von Mais ohne eine Biogasförderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)entwickelt hätte.Im Kontext zur Biogasförderung wird deutlich, dass bei flächendeckend gleicher Förderung, wie durch das EEG gegeben, es in den Veredlungsregionen Deutschlands zu weiterer Intensivierung kommt, während die Ackerbauregionen weiterhin für den Silomaisanbau nicht attraktiv sind, obwohl dies aus Gründen der Diversifizierung sinnvoll wäre. Eine regional differenzierte Staffelung der Förderung des EEG ist deshalb anzuraten, um die Aufweitung von Fruchtfolgen zu fördern. Eine einheitliche flächendeckende Förderung wie durch die bisherige Gesetzesfassung wirkt als Multiplikator einer Fruchtfolgediversifizierung entgegen.Es zeigt sich, dass das Modell ProLand prinzipiell auf der Ebene Deutschlands als räumliches Entscheidungsunterstützungssystem einsetzbar ist. Die implementierten Erweiterungen machen es möglich, die Landnutzung räumlich explizit auf der Ebene Deutschlands in hoher räumlicher Auflösung abzubilden und somit als Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft zu dienen. Zukünftig ist weiterer Forschungsbedarf vorhanden, um die Funktion des Modells ProLand zu verbessern und neue Anwendungsgebiete erschließen zu können. Besonders interessant ist hier weiterführend die Integration in Modellverbünde zur Lösung interdisziplinärer Fragestellungen.

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