Feldversuch zum Einfluß eines Volleipulvers mit coronavirusspezifischen Antikörpern auf die Kälberdiarrhöe und deren blutchemische Folgen
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Zusammenfassung
In einem Feldversuch wurde die Wirksamkeit eines Volleipulvers mit Antikörpern gegen bovine Coronaviren getestet. Die im Rahmen einer randomisierten Doppelblindstudie gewonnenen Daten von 95 Kälbern aus 8 Betrieben wurden ausgewertet. Die Testgruppe (n=49) erhielt oral 5 g/d antikörperhaltiges Eipulver über den gesamten Versuchszeitraum von 3 Wochen. Der Kontrollgruppe (n=46) wurde die entsprechende Menge eines handelsüblichenEipulvers als Placebo verabreicht. Die Wirkung der Prophylaxe wurde durch eine wöchentliche klinische Untersuchung, Blut- und Kotproben festgehalten. Es wurde die Diarrhöeinzidenz und -intensität, der Erkrankungsbeginn, die Gewichtsentwicklung, ein klinisches Punkteschema, die Behandlungsrate, die Blutgase, sowie Elektrolyt- und Blutbildwerte bestimmt. Entwickelte sich ein Durchfallgeschehen zu einem anderen Zeitpunkt, erfolgte eine zusätzliche Untersuchung. Die Kotproben wurden auf vier wichtige Durchfallerreger untersucht: ETECverdächtige E.coli, Kryptosporidien, Rota- und Coronaviren. Bei fast allen Kälbern wurden Kryptosporidien nachgewiesen. 47,4% waren mit ETECverdächtigen E.coli, 42,1% mit Coronaviren und 26,3% mit Rotaviren infiziert. In der Testgruppe waren in 21,4% der Proben Coronaviren nachweisbar, in der Kontrollgruppe in 27,6%. Bei der Zusatzuntersuchung Diarrhöe waren es 0% zu 38,8% (p20,05). Die Anzahl diarrhöepositiver Kotproben verringerte sich durch die Eipulvergabe von 64,3% in der Kontrollgruppe auf 51,1% in der Testgruppe. In der 2.Woche sogar von 61,1% auf 30%. Der geringste Anteil von Durchfallproben wurde in der 'K0-ohne MTV'- Gruppe mit 30% festgestellt. In der 1.Woche wurden in der AK-Gruppe 69,2% leichte Erkrankungen, in der K0-Gruppe 41,2% ermittelt (coronaviruspositive Tiere). Der Anteil mittlerer und schwerer Erkrankungen lag in der K0-Gruppe entsprechend höher. Ähnliche Werte ergab die Untersuchung aller Kälber. Bei Betrachtung der Diarrhöepunkte der coronaviruspositiven Tieren lag die AK-Gruppe mit 2,1 Punkten unter der Kontrollgruppe mit 2,4 Punkten. Bei den Tieren mit MTV betrug der Unterschied 2,4 zu 4,3 (MTV: p20,05). Der Krankheitsbeginn verzögerte sich von 5,9 d pp. in der K0- Gruppe auf 6,7 d pp. in der Testgruppe (coronavirusinfizierte Tiere). Der späteste Krankheitsbeginn wurde mit 7,6 d pp. in der AK-MTV-Gruppe beobachtet. Die Tiere der AK-Gruppe nahmen in 2 Wochen 353,44 g/d zu, die Tiere in der Kontrollgruppe 289,78 g/d. Im Zeitintervall 3 Wochen betrugen die Werte 438,76 g/d zu 357,41 g/d. Diese Differenz steigt noch bei ausschließlicher Berücksichtigung der coronavirusinfizierten Tiere. Die höchsten Zunahmen haben die Tiere in der 'AK-MTV'- Gruppe mit 500,44 g/d und 507,59 g/d (MTV: p20,05). In der 1.Woche lag der pH- Wert der 'AK- MTV'- Gruppe mit 7,33 über dem Wert der entsprechenden Kontrollgruppe von 7,26 (MTV: p20,001; Ww. Beha/MTV: p20,05). Die BE-Werte lagen zu allen Zeitpunkten in der AK-Gruppe über den Werten der Kontrollgruppe. Bei den Tieren mit MTV betrug der Unterschied in der 1.Woche 3,86 mmol/l zu -1,82 mmol/l (MTV: p20,001; Ww. Beha/MTV: p20,05). Das Ergebnis der Hyrogenbikarbonatmessung entspricht diesen Werten. Die 'besseren' Blutgaswerte der AK-Gruppe könnten Ausdruck einer Beeinflussung des Durchfallgeschehens durch die Gabe des Eipulvers sein. Der Zusammenhang bei Betrachtung der Wirkung der MTV ist noch deutlicher. Die Kalziumwerte der Kontrollgruppe sanken im Versuchszeitraum von 1,22 mmol/l auf 1,15 mmol/l , der Wert der AK- Gruppe blieb bei 1,23 mmol/l (Beha: p20,05). Die Werte der geimpften AK-Gruppe liegen ebenfalls über den Werten der Kontrollgruppen (MTV: p20,05). Die Werte aus der Chloridbestimmung lagen zu allen Zeitpunkten in der AK-Gruppe unter den Werten der K0-Gruppe (US.D: Beha: p20,05). Die Leukozytenzahlen in der AK-Gruppe lagen bei den coronainfizierten Tieren unter den Werten der K0-Gruppe; in der 3.Woche ist dieser Unterschied mit 9,6 x103/ml zu 9,91 x103/ml signifikant (p20,05). Die Ergebnisse zeigten eine vergleichsweise geringe Wirkung der Eipulvergabe. Diese war jedoch durch eine Kombination mit einer Muttertierimpfung steigerbar, so daß selbst bei geringen Tierzahlen eine signifikante Wirkung eintrat. Mögliche Probleme der Eipulvergabe waren die geringe Dosierung, die auf Coronaviren beschränkte Wirkung, so daß bei hohem Keimdruck andere Durchfallerreger wirksam wurden. Die Betriebsabhängigkeit einiger erhobener Meßwerte erschwerte die Auswertung zusätzlich.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
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Anmerkungen
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