Einfluss von beta-Caryophyllen auf lokale Leukozytenadhäsion, funktionelle Kapillardichte und systemische Zytokinspiegel bei experimenteller Interstitieller Cystitis
Im Gegensatz zur bakteriellen Cystitis, die mit Antibiotika in der Regel effektiv behandelt werden kann, ist die Interstitielle Cystitis (IC) aufgrund bislang unzulänglich charakterisierter Pathogenese nur unzureichend therapierbar. Man geht davon aus, dass circa 5-6 Prozenz der weiblichen Bevölkerung von IC betroffen sind. Unzureichende Kenntnisse der Pathophysiologie gestalten die Suche nach neuen Therapeutika schwierig, allerdings zeigt die hohe Prävalenz, dass diese dringend benötigt werden. Ausgehend von einer inflammatorischen Genese der IC, untersuchte unsere Arbeitsgruppe die Effektivität einer enteralen antiinflammatorischen Therapie mittels des CB2R-Agonisten beta-Caryophyllen (BCP) im kontrollierten Tierexperiment an weiblichen BALB/c-Mäusen. Die Mäuse wurden in vier verschiedene Gruppen zu je fünf Tieren eingeteilt: 1. Kontrollgruppe, 2. IC-Gruppe, 3. IC+BCP-Gruppe und 4. BCP-Gruppe. Um den therapeutischen Effekt von BCP zu validieren, wurden die Leukozytenadhäsion, das Rolling und die FCD mittels Intravitalmikroskopie (IVM) untersucht. Außerdem wurden elf inflammatorische Mediatoren mittels Multiplextechnologie quantifiziert.Es konnte in diesem Tiermodell gezeigt werden, dass enteral appliziertes BCP die Leukozytenadhäsion als Marker für das Vorliegen einer Inflammationsreaktion signifikant reduziert. Weiterhin führt BCP zu einem signifikanten Anstieg der FCD in der BCP-Gruppe. Die Mediatorenanalyse im systemischen Plasma ergab keine signifikanten Änderungen. Dies ist auf die zu geringe zeitliche Latenz zwischen Induktion der IC und der Plasmaanalyse zurückzuführen.
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