Bei Unterbrechung des koronaren Blutflusses entsteht ein Herzinfarkt. Frühzeitige Reperfusion kann das Ausmaß der ischämischenMyokardschädigung verringern. Allerdings kann auch die Reperfusion selbst zum Gewebeschaden beitragen (Reperfusionsschaden).Unter ischämischen Bedingungen kommt es zu einer zytosolischen Akkumulation von H+, Na+ und Ca2+ in den Kardiomyozyten. UnterReperfusionsbedingungen können hohe zytosolische Ca2+-Konzentrationen eine Hyperkontraktur der Zellen auslösen.Ischämisch-reperfundiertes Myokard kann durch ischämisches Preconditioning vor den erwähnten Schäden geschützt werden.Ischämisches Preconditioning bezeichnet das Vorschalten kurzer Ischämieepisoden vor die anhaltende Ischämie.
Ziel der Arbeit war, den Protektionsmechanismus eines Anoxie-Preconditioning-Protokolls auf isolierte Herzmuskelzellen unter simulierterIschämie-Reperfusion zu untersuchen. Adulte Kardiomyozyten der Ratte wurden für 60 Minuten bei pH 6,4 anoxisch inkubiert (simulierteIschämie) und dann für 20 Minuten bei pH 7,4 reoxigeniert (simulierte Reperfusion). Anoxisches Preconditioning wurde durch Vorschalteneiner 10minütigen Anoxiephase erreicht. Es verringerte die unter anhaltender Anoxie beobachtete Na+- und Ca2+-Akkumulation und diebei Reoxigenierung auftretende Hyperkontraktur. Der Effekt des anoxischen Preconditioning war bei Hemmung der Proteinkinase Cverstärkt und wurde bei zusätzlicher Hemmung von Proteinphosphatasen aufgehoben.
Die Ergebnisse weisen daraufhin, daß ein protektiver Effekt von anoxischem Preconditioning durch Aktivierung bestimmterProteinphosphatasen vermittelt wird und durch Aktivierung bestimmter Isoformen der Proteinkinase C maskiert werden kann. DieErgebnisse zeigen, daß Proteinphosphatasen einen interessanten Angriffspunkt für neue Protektionsstrategien desischämisch-reperfundierten Myokards darstellen, z.B. in der Therapie des Herzinfarktes oder in der Kardiochirurgie
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